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Kaarst: Geschützte Bäume müssen gefällt werden

Tulpenweg und Lichtenvoorder Straße in Kaarst : Geschützte Bäume müssen gefällt werden

Ein Bergahorn an der Tulpenstraße sowie zwei an der Lichtenvoorder Straße werden entsorgt.

Im Stadtgebiet von Kaarst gibt es im öffentlichen Raum, in Grünanlagen und entlang der Straßen derzeit 11.323 Bäume. Dass diese Zahl bekannt ist, liegt an dem Baumkataster, das im Laufe der letzten Jahre aufgebaut wurde. Danny Hüskes, Garten- und Landschaftsbau-Meister, ist für die Bäume im Stadtgebiet zuständig. Er gab jetzt im Umweltausschuss einen umfassenden Bericht ab. Eine wenig erfreuliche Kernaussage: „Der Sanierungsstau kann nicht schnell genug abgebaut werden.“

Grundsätzlich wird die Baumpflege von Mitarbeitern des Bauhofs vorgenommen. Die Baumkontrollen sollen – je nach Zustand des einzelnen Baums – alle zwölf Monate bis drei Jahre wiederholt werden. Diese Regelkontrollen sollen ab nächstes Jahr an Fremdfirmen vergeben werden. Im Rahmen der Haushaltsberatungen soll hierüber entschieden werden. Die Pflegemaßnahmen umfassen unter anderem die Kronenpflege, Kroneneinkürzungen und sonstige Maßnahmen. Hüskes erklärte, dass die Baumpflegekolonne aus sechs Mitarbeitern bestehe – bis vor kurzem seien drei von ihnen und aktuell zwei Mitarbeiter langzeiterkrankt. Auch hier fehlt es an Personal. Hinzu kommt, dass seit vergangenem Jahr in der heißen Jahreszeit verstärkt Bäume gewässert werden müssen, was ebenfalls Arbeitskraft bindet.

In den vergangenen drei Jahren sind 3724 Pflegemaßnahmen als erforderlich festgestellt worden. „Bis September 2019 wurden davon 1.594 erledigt“, erklärte Hüskes. Noch eine andere interessante Zahl: In der Zeit von Mai 2016 bis September 2019 wurden 374 Bäume im öffentlichen Raum gefällt. Gründe waren unter anderem Pilzbefall, Sturmschäden, altersbedingtes Absterben, aber auch Schäden durch Verkehrsunfälle. Über Fällungen von Bäumen, die unter die Baumschutzsatzung der Stadt Kaarst fallen, entscheidet der Umweltausschuss. Zwei dieser Entscheidungen standen jetzt auf der Tagesordnung. Auf der Grünanlage am Tulpenweg kommt ein geschützter Bergahorn einer Garage bedrohlich nah. Walter Boestfleisch (FDP) hatte einen ungewöhnlichen Lösungsansatz: „Was würde der Abriss der Garage kosten?“ Die Verwaltung gab zu verstehen, dass ein städtischer Baum das Eigentum eines Bürgers störe – die Fällgenehmigung wurde bei zwei Gegenstimmen erteilt.

Zwei Bergahorn-Bäume müssen an Grundschule Lichtenvoorder Straße einem Container, der zur Ergänzung des Raumangebots erforderlich ist, weichen. Hierüber wurde gefeilscht, nachdem die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart folgendes zu verstehen gegeben hatte: „Beim Feinjustieren des Moduls hat sich herausgestellt, dass diese zwei Bäume zusätzlich gefällt werden müssen, da gibt es nichts dran zu rütteln.“ Die Grünen beantragten vergeblich, vier statt der zwei vorgeschriebenen Neuanpflanzungen vorzunehmen. „Die Ersatzpflanzungen sollten etwas großzügiger ausfallen“, hatte Rainer Milde (CDU) gefordert. Statt wie geplant, zwei Bäume mit einem Stammumfang von 18 bis 20 Zentimetern zu pflanzen, dürfen die neuen Bäume jetzt einen Umfang von 20 bis 25 Zentimeter haben.