Kaarst: Geplante Ultranet-Trasse verärgert Bürger

Im Norden von Kaarst : Geplante Ultranet-Trasse verärgert Bürger

Netzbetreiber Amptrion plant, Leitungen für das Ultranet durch den Kaarster Norden zu legen. Vor Ort regt sich allerdings Protest.

Die Einsichtnahme ist abgeschlossen: Am vergangenen Mittwoch endete die Offenlage der Bundesfachplanungsunterlagen für den Trassenkorridor für die Leitungen im Abschnitt C (Osterath-Rommerskirchen), das ist der nördlichste Abschnitt für Ultranet. Die Unterlagen waren auf 20 Aktenordner aufgeteilt und lagen seit dem 9. Dezember in Büttgen sowie in Meerbusch und im Kreishaus Grevenbroich aus. Nun haben haben die Träger öffentlicher Belange und die Bürger bis zum 10. Februar Zeit, um sich zu dem Projekt zu äußern und Einwendungen bei der Bundesnetzagentur einzureichen. Einige Kaarster Bürger haben ihre Meinung dem Netzbetreiber bereits kundgetan und klagen über die Pläne der Leitungen durch den Kaarster Norden.

Die geplante Leitung soll die Netzverknüpfungspunkte Osterath und Philippsburg in Baden-Württemberg miteinander über eine Höchstspannungsleitung verbinden. Das als Ultranet bezeichnete Vorhaben ist ein Pilotprojekt für die verlustarme Übertragung hoher Leistungen über weite Entfernungen. Dabei soll HGÜ genutzt werden – Hochspannunge-Gleichstrom-Übertragung. Geht es nach den Anwohnern der Neusserstraße, Magertienweg, Kampwebersheide, Kampstraße, Lange Hecke und Allensteinstraße, muss die geplante Leitung dringend verlegt werden. In einer Email, die unserer Redaktion vorliegt, klagen Anwohner über zu hohe Geräusch-Emmissionen, Elektrosmog und Feinstaubbelastung. Die geplante Trasse soll rund einen Kilometer durch das besagte Gebiet verlaufen. Geräusch-Emmissionen in Wohngebieten dürfen nachts nicht 40 Dezibel (dB) überschreiten. Die Gleichstromleitung allerdings kommt laut der Anwohner alleine schon auf 51 Dezibel. Amprion jedoch würde das Wohngebiet wegen eines Gartencenters als Gewerbegebiet einstufen, die maximale Geräusch-Emmission hierfür liegt bei 51 Dezibel. Der Netzbetreiber würde angeblich eine Mischkalkulation aus beiden Gebieten vornehmen und auf eine zulässige Emmission von 45 Dezibel kommen. Zusätzlich zu den Leitungen würde allerdings noch der Fluglärm und die angrenzende A57 kommen.

Doch die Anwohner stören sich nicht nur an dem Lärm, der sie belästigen würde. Daneben würden die Leitungen Elektrosmog verursachen, und in Verbindung mit dem Feinstaub aus dem Flugverkehr sowie dem CO2-Ausstoß der Autobahn würde sich die „Belastung für Mensch und Natur potenzieren“, heißt es. Viele Spaziergänger würden unter den Leitungen lang gehen und zudem seien an dieser Stelle Grünanlagen geplant. Die Anwohner fordern Amprion dazu auf, eine neue Trasse zu suchen. Und zwar abseits von Wohngebieten.

(seeg)