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Kaarst: Galerie Splettstößer stellt Klassiker aus

Kunst in Kaarst : Galerie Splettstößer stellt Klassiker aus

„Das kleine Format“ gehört fast schon zum Inventar. Mehrere Künstler, darunter einer aus Arizona (USA), zeigen ihre Arbeiten. Die Galerie hat trotz Lockdown geöffnet.

„Das kleine Format“ ist fast schon ein Klassiker in der Galerie Splettstößer. Noch bis Ende Januar sind an der Rathausstraße 3 kleinformatige Werke von acht Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Matthias Beckmann aus Berlin ist mit Bleistiftzeichnungen vertreten. Der Künstler, der die Illustrationen zu Büchern wie „Herz Faden“, einem Roman über die Augsburger Puppenkiste, beigesteuert hat, stellt Zootiere mit Menschen in einen Zusammenhang. Von dem Buch „Tierleben“ von Alfred Brehm inspiriert, zeichnete er unter anderem einen Bären und darunter einen Mann mit einer Schaufel – ob er die „Hinterlassenschaften“ des Bären entfernt?

Felix Droese aus Mettmann präsentiert Papierschnitte. Ob Goldpapier oder  Prospekt vom Supermarkt – der Künstler nutzt die unterschiedlichsten Papiere. Ob er sich vom Corona-Virus hat leiten lassen? Fest steht, dass der Teufel eine Hauptrolle zu spielen scheint, dargestellt als bizarres Monster, voller Dynamik sowie Ecken und Kanten. Die Düsseldorferin Angelika Freitag rückt ein pferdeartiges Tier in den Mittelpunkt – diese Kreatur, gemalt mit Tusche auf Papier, ist unübersehbar in Bewegung. Absolute Ruhe strahlen die Bilder von Thomas Graics aus. Der Düsselsorfer zeigt mit seiner Ruhe ausstrahlenden Ölmalerei Landschaften, auf denen keine Menschenseele zu sehen ist. Lediglich ein Haus lässt auf einem Bild auf eine Besiedlung schließen. Die Neusserin Anne Kolvenbachs zeigt Aquarelle mit den dominierenden Farben Grün, Gelb und Orange  – sie wirken wie Frühlingsboten. Die Serie „Maskerade“ passt zur derzeitigen Maskenpflicht. Dieter Krüll aus Düsseldorf  collagiert, benutzt Tusche und Graphit und stellt so Bezüge her zu konkreten Ereignissen, ohne zu offensichtlich zu werden. Schrift gehört zu allen seinen Bildern, die vom Betrachter entschlüsselt werden wollen.

Rick Levinson, Arzt aus Arizona, zeigt mit drei Bildern mit dem Titel „I asked you a question“ eine kleine Bildgeschichte. Die Gesichter wirken schemenhaft so wie seine früheren Drahtarbeiten. Man ahnt, dass es um die bange Frage des Patienten nach der Diagnose geht. Hella Lütgen aus Düsseldorf malt mit Blei- und Buntstiften äußerst reduzierte und hauchzarte Wüstenbilder. Es geht ihr um die feinen Spuren im Sand, denen der Betrachter auf die Spur kommen soll.

Trotz des derzeitigen Teil-Lockdowns dürfen Galerien geöffnet haben, weil sie zum Einzelhandel dazu gezählt werden. Weitere Infos unter 0162 3422016, www.galerie-splettstoesser.de, art@galerie-splettstoesser.de.