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Kaarst: FWG und Linke bilden Fraktion im Stadtrat

Überraschendes Bündnis in Kaarst : FWG und Linke bilden Fraktion im Stadtrat

Unerwarteterweise wollen die FWG und die Linken jetzt eine Fraktion im neuen Stadtrat in Kaarst bilden. Dabei gehe es nicht um finanzielle Interessen, betont Sandra Pauen von den Linken.

Diese Kombination ist eine große Überraschung, auch für die handelnden Personen selbst: In der kommenden Legislaturperiode werden die FWG und die Linken im Stadtrat eine Fraktion bilden, und zwar mit einer gleichberechtigten Doppelspitze: Sandra Pauen (Die Linke) und Josef Karis teilen sich den Fraktionsvorsitz – und auch die Aufwandsentschädigung für dieses Amt.

Doch wie kommt die Verbindung der beiden Parteien, die in der vergangenen Legislaturperiode keinerlei Berührungspunkte hatten, zustande? Nach der Kommunalwahl hatte Pauen eigentlich gehofft, dass sie gemeinsam mit Anja Rüdiger von der UWG – wie Pauen selbst Einzelratsmitglied – eine Fraktion bilden könne. Doch Rüdiger entschied sich anders und ist nun in eine Fraktion mit Gerhard Schmitz und Josef Rütten eingetreten, die nach internen Querelen aus der FWG ausgetreten sind und die Wählergemeinschaft „Kaarst aktiv“ gegründet haben.

Anstatt vier Fraktionsmitglieder hat die FWG/Linksfraktion nun also  nur noch zwei. „Natürlich wäre es besser, wenn wir zu viert gewesen wären“, erklärt Pauen, die in der letzten Wahlperiode als Nachrückerin in den Stadtrat kam und vorher keine Berührungspunkte mit der FWG und Josef Karis hatte. Nach mehreren Gesprächen zwischen den beiden und den Mitgliedern der Parteien war aber klar, dass sie von den politischen Zielen her gar nicht so weit entfernt sind: Beide wollen kostenfreie Kita-Plätze, Senkung der Steuern und Abgaben, oder die Entgiftung des Nordkanals.

Doch nicht nur politisch, auch zwischenmenschlich passt es laut Pauen ganz gut zwischen ihr und Karis sowie den Mitgliedern der Parteien. Gerüchte, dass die Fraktion nur aus finanziellen Gründen gebildet wird, widerspricht Pauen: „Als Fraktion müssen wir eine Geschäftsstelle und Ausrüstung mit Computern, Handys und Druckern bezahlen. Behauptungen, wir würden das nur aus finanziellen Gründen machen, ist üble Nachrede.“ Als Einzelratsmitglied würde sie mehr bekommen als in einer Fraktion, so Pauen.