4500 Briefe werden verteilt Kaarster Feuerwehr wirbt um neue Mitglieder

Kaarst · Mit einer Kampagne will die Freiwillige Feuerwehr Kaarst ihre Marke stärken und neue Mitglieder gewinnen. Dazu werden ab Mittwoch 4500 Briefe an eine definierte Zielgruppe verteilt.

  Patrick Täpper, Andreas Kalla, Stefan Breitfeld, Ursula Baum, Sebastian Semmler, Sven Minth und FSJler Felix Dost haben die breit angelegte MItgliederkampagne beworben.

Patrick Täpper, Andreas Kalla, Stefan Breitfeld, Ursula Baum, Sebastian Semmler, Sven Minth und FSJler Felix Dost haben die breit angelegte MItgliederkampagne beworben.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Knapp zwei Jahre lang haben die Vorbereitungen gedauert, am Mittwoch ist es nun so weit: Die Freiwillige Feuerwehr Kaarst geht mit einer breit angelegten Mitgliederkampagne an den Start. Ab Mittwoch werden 4500 Briefe an potenzielle neue Mitglieder verteilt. Die Verteilung übernimmt die Feuerwehr selbst, am Samstag und Sonntag sollen die letzten Briefe bei den Adressaten ankommen. Feuerwehr-Chef Andreas Kalla nennt diese Kampagne „ziemlich offensiv“, da sie auf mehrere Säulen gebaut ist.

Die Feuerwehr hat sich zu einer eigenen Marke gewandelt. Die Schrift im Logo wurde geändert, Kugelschreiber, Blöcke und Tassen entworfen, die Homepage modern überarbeitet, zudem wurden Flyer erstellt, die mit den Briefen verschickt werden. Ein Großfahrzeug wurde mit dem neuen Logo überklebt, in diesem Jahr erwartet die Feuerwehr eine neue Drehleiter. Insgesamt stellt sich die Feuerwehr moderner und frischer auf und geht sozusagen mit der Zeit.

Die Zielgruppe der Feuerwehr sind Menschen im Alter von 18 bis 40 Jahren. „Das sind nicht die Leute, die samstags auf den Markt gehen und einen Stand der Feuerwehr besuchen“, sagt Stefan Breitfeld. Daher wurde viel in die sozialen Medien investiert. Gemeinsam mit einer Neusser Agentur wurde eine neue Homepage entwickelt, wo mit mehr aussagekräftigen Bildern und weniger Text gearbeitet wird. „So bekommt man direkt Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr. Wir wollten direkt in den Vordergrund stellen, dass wir das ehrenamtlich und freiwillig machen“, sagt Patrick Täpper. Breitfeld und Täpper werden im Zuge der Kampagne das Amt der Pressesprecher übernehmen.

Die Hemmschwelle für neue Mitglieder sollte so gering wie möglich gehalten werden. Zudem sind persönliche Geschichten von einzelnen Feuerwehrleuten auf der Homepage zu lesen, in der sie erzählen, wie sie zur Wehr gekommen sind und welchen Werdegang sie in der Truppe genommen haben. „Vielleicht können sich neue Mitglieder damit identifizieren“, hofft Täpper. Ergänzend werden auf den gängigen Social-Media-Plattformen kurze Videos gepostet.

Bislang sind die Mitglieder immer nach Katastrophen zur Feuerwehr gekommen, wie Pressesprecher Stefan Breitfeld und seine Kollegen festgestellt haben. „Wir haben gemerkt, dass wir auf die Bevölkerung zugehen müssen“, sagt er. Nur die Beteiligung an Schützenfesten habe nicht die erhoffte Wirkung gezeigt, dadurch hat die Feuerwehr keinen Zuwachs bekommen. Und diesen braucht die Wehr, vor allem der Löschzug Kaarst. Derzeit besteht dieser aus 60 Feuerwehrmännern und -frauen, der Brandschutzbedarfsplan sieht allerdings eine Truppstärke von mindestens 70 vor. Diese Zahl hat die Stadt ermittelt, um für jede Situation genügend Feuerwehrleute zur Verfügung zu haben. Zum Vergleich: Der Löschzug Büttgen hat rund 75 Mitglieder. Allerdings sei der Löschzug Kaarst von der Statistik her stärker belastet, wie der Feuerwehrchef weiter erklärt.

Wenn sich von den 4500 angeschriebenen Mitgliedern ein Prozent zurückmeldet, ist Feuerwehrchef Kalla schon sehr zufrieden. Er rechnet allerdings mit weniger Rückmeldungen. „Ich bin froh, wenn sich 40 Menschen bei uns melden und am Ende 15 übrig bleiben. Dann hätten wir unser Soll erfüllt. Ich möchte aber gerne Richtung 80 Mitglieder gehen“, sagt Kalla. Die neuen Mitglieder sollen über einen Zeitraum von drei Monaten an die Feuerwehr gewöhnt werden und nach und nach immer neue, relevante Dinge lernen, damit sie das Interesse nicht verlieren. Die Mitgliederkampagne soll sich vorerst auf den Standort Kaarst konzentrieren.

„Wir unterstützen diese Kampagne und Attraktivierung der Feuerwehr gerne“, sagt der zuständige Dezernent Sebastian Semmler. Bürgermeisterin Ursula Baum lobt die Kameradschaft und die Teamarbeit innerhalb der Feuerwehr: „Wir sind unglaublich dankbar, dass es die freiwillige Feuerwehr gibt. Die Kameradschaft ist toll, man merkt das Miteinander in der ganzen Truppe.“

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