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Kaarst: Feuerwehr sucht Mitglieder via Youtube

Imagefilm der Kaarster Rettungskräfte : Feuerwehr sucht Mitglieder via Youtube

Auf der Suche nach neuen Mitgliedern zeigt sich die Freiwillige Feuerwehr Kaarst kreativ. In einem Imagefilm werben die Einsatzkräfte für ihre Institution. Das Video soll zeigen: Feuerwehrleute sind mehr als „nur“ Retter.

Die erste Einstellung zeigt die moderne Feuerwehrwache an der Erftstraße aus der Vogelperspektive. Cut, die nächste Einstellung zeigt den Diensthabenden in der Einsatzzentrale, der einen Notruf entgegen nimmt. Sofort werden Rettungskräfte an den Einsatzort geschickt und helfen, einen Brand in einem Wohnhaus zu löschen. In dem rund dreiminütigen Imagefilm der Freiwilligen Feuerwehr Kaarst, der am Freitag veröffentlicht wird, geht es aber um mehr als „nur“ ums Löschen.

„Ziel des Videos ist es, der Bevölkerung zu zeigen, dass wir eine gute Truppe sind, in der jeder willkommen ist, egal welche Eigenschaften und Fähigkeiten er hat“, erklärt Feuerwehrchef Andreas Kalla im Gespräch mit unserer Redaktion. Für jeden Bürger gebe es in der Feuerwehr eine Aufgabe und neue Mitglieder müssen nicht sportlich topfit sein. So lautet auch das Motto des Films: „Mach mit und zeig uns, was in dir steckt“. Die Schwelle, bei der Feuerwehr mitzumachen, ist nicht so groß wie viele meinen. „Je mehr Einsatzkräfte wir haben, desto besser ist das für die Bevölkerung“, sagt Kalla. Die Feuerwehr ist immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern, obwohl die Minimalgrenze, die im Brandschutzbedarfsplan verankert ist, der am 26. September 2019 vom Kaarster Stadtrat verabschiedet worden war, eingehalten wird. In erster Linie sollen Mitglieder gefunden werden, die Interesse am Brandschutz haben und Lust haben, Einsätze zu fahren. „Wir wollen zeigen, dass es Spaß macht, Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr zu sein“, sagt Kalla. Darüber hinaus würde die Feuerwehr wieder gerne mehr gesellschaftliches Engagement übernehmen und sich im öffentlichen Leben integrieren. „Wir wollen zeigen, dass wir Teil der Kommune sind“, sagt Kalla. Die Feuerwehr sei keine eigenständige Institution, die nur im Notfall gebraucht werde.

Doch warum hat sich die Feuerwehr für einen Imagefilm entschieden? „Die Zeit, in der man auf dem Marktplatz für neue Mitglieder wirbt, ist vorbei“, sagt Kalla. Vor allem junge Leute könne man in dieser Zeit viel besser über die sozialen Medien erreichen: Facebook, Instagram, Twitter. Außerdem seien lange Texte langweilig, die Interessenten würden den Text nicht zu Ende lesen. Ein kurzes Video aber würden sie vielleicht zu Ende schauen. In dem Imagefilm ist neben Kalla auch Anne Kathrin Esser zu sehen, eine von wenigen Feuerwehr-Frauen. „Jeder kann sich bei der Feuerwehr engagieren, wenn er ein kleines Helfersyndrom hat“, sagt sie in dem Film. Und sie ist sich sicher, dass Frauen genau so gute Einsatzkräfte sind wie Männer. „Wir können das Gleiche, wenn wir nur wollen“, macht sie allen interessierten Frauen Mut. Nach den Einsätzen bleiben immer ein paar Feuerwehrleute zusammen, spielen Billard oder Kicker. „Kameradschaft ist die Seele der Feuerwehr. Ich weiß, dass wir uns in Gefahrensituationen blind aufeinander verlassen können“, erklärt Kalla.

Gemeinsam mit dem Kaarster Kulturamt wurde der Dreh ausgeschrieben, den Zuschlag erhielt Bacel Atassi, der unter anderem für den WDR arbeitet. Drei Drehtage brauchte der Profi, um alles im Kasten zu haben, obwohl die Dreharbeiten wegen der Corona-Pandemie zwischendurch unterbrochen werden mussten. Es ist zwar der erste, aber nicht der letzte Film, den die Feuerwehr veröffentlichen will. „Während der Dreharbeiten haben wir gemerkt, wie viele Aufgaben wir eigentlich haben. Da reichen drei Minuten nicht für aus“, sagt Kalla. Ein zweiter Film soll zeigen, wie die Ausbildung abläuft, ein dritter beschäftigt sich mit der Jugendfeuerwehr. „Und dann schauen wir mal, ob wir noch mehr Ideen haben“, meint Kalla. Auf einen Sprecher wurde in dem Video übrigens verzichtet, stattdessen werden O-Töne von den Protagonisten eingespielt.