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Kaarst: Kaarst feiert Tag der Einheit

Kaarst : Kaarst feiert Tag der Einheit

Die Stadt Kaarst feiert am Mittwoch die deutsche Wiedervereinigung im Rathaus. Die Elisabeth-Selbert-Realschule hat sich dem Thema mit einem Schülerprojekt genähert. Zeitzeuge Ilko-Sascha Kowalczuk spricht über die DDR.

Am 3. Oktober haben die meisten berufstätigen Menschen in Deutschland frei, also auch am kommenden Mittwoch — aber warum eigentlich? Seit 1990 gehört der "Tag der Deutschen Einheit" zu den gesetzlichen Feiertagen in der Bundesrepublik. Doch viele Leute haben inzwischen die Hintergründe und die Bedeutung der Wiedervereinigung vergessen, glauben zum Beispiel Geschichtslehrer Martin Escher und Kaarsts Bürgermeister Franz-Josef Moormann, der betont: "Der Tag der Deutschen Einheit ist ein wichtiger Festtag der Demokratie." Daher lädt er für Mittwoch ab 11 Uhr zu einem Festakt ins Rathaus ein, den RTL-Reporter Dirk Reuter moderiert.

Der Bürgermeister möchte zum Tag der Wiedervereinigung, der nach dem Mauerfall 1989 die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu Ländern der Bundesrepublik machte, zum Anlass nehmen, Generationen in Kaarst zu verbinden. "Es ist wichtig, junge Leute auf diesen bedeutsamen Tag aufmerksam zu machen", sagt Moormann.

Schüler-AG erklärt den Mauerfall

Denn nur wenige Schüler wüssten, welche Hintergründe der Mauerfall vor 23 Jahren hatte und wie es nach fast drei Jahrzehnten deutscher Trennung zur Wiedervereinigung kam, erklärt der Geschichtslehrer Martin Escher von der Elisabeth-Selbert-Realschule in Büttgen. Er leitet dort eine Arbeitsgemeinschaft (AG), die sich mit dem Mauerfall beschäftigt und passend zum Tag der Deutschen Einheit ein Schülerprojekt gestartet hat. Vier Schüler der AG werden am Mittwoch im Kaarster Rathaus Mauerfall und Wiedervereinigung erklären. Mihriban Aras und Florian Walter aus der AG erklären, dass die Gruppe aus elf Schülern dazu sogar das Haus der deutschen Geschichte in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn besucht hat, wo sie viele Anreize sammeln konnten.

Neben dem Vortrag, der von der Bürgerstiftung Kaarst unterstützt wird, wird auch Zeitzeuge und Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk, der sich in der Bundesstiftung für Aufarbeitung engagiert, an der Veranstaltung teilnehmen. Der gebürtige Berliner möchte dort allen Besuchern in einem Referat schildern, wie er das Leben in der SED-Diktatur der DDR erlebt hat und wie es aus seiner Sicht zum Mauerfall mit der anschließenden Vereinigung kam.

(NGZ/ac)