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Kaarst: FDP bringt "Shared Space"-Zonen für Innenstadt ins Gespräch

Vorschlag der FDP in Kaarst : „Shared Space“-Zonen für den Verkehr in der City

Über die Verkehrssituation in der Innenstadt wurde schon oft diskutiert. Die Kaarster FDP plant nun, ein Zone zu installieren, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind.

Seit vielen Jahren wird im Kaarster Rathaus immer wieder über die Verkehrssituation in der Kaarster Innenstadt diskutiert. Die einen wollen eine autofreie Innenstadt, die anderen die Rechte der Radfahrer stärken, wieder andere erklären, dass die Autofahrer nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Nun bringt die FDP eine ganze neue Idee für den Innenstadtbereich auf die Tagesordnung des Planungs- und Verkehrsausschusses am 24. Juni: „Shared Space“-Zonen für den Bereich auf der Maubisstraße und „Am Neumarkt“, jeweils vom Kreisverkehr bis zu den Bushaltestellen.

Anwohner und Gewerbetreibende in der Innenstadt sollen ihre Ideen mit einbringen können. Die Freien Demokraten fordern die Verwaltung auf, die Einrichtung dieser „Shared Space“-Zonen zu prüfen, zu planen und zu realisieren und dabei finanzielle Fördermöglichkeiten über die Mittel des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzeptes (IEHK) für die Innenstadt zu berücksichtigen. Doch was sind „Shared Space“-Zonen? Die Idee stammt vom niederländischen Verkehrsingenieur Hans Mondermann aus den 1990er Jahren. Durch eine bestimmte Gestaltung wird die herkömmliche Trennung der räumlichen Funktionen im öffentlichen Raum aufgehoben.

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Es gibt bei den „Shared Space“-Zonen also weder Verkehrszeichen noch Signalanlagen oder Fahrbahnmarkierungen. Die Vorfahrtsregeln gelten allerdings weiterhin. Es ist ein „Raum für alle“, in dem ein gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer herrscht. Eine Verkehrszone, in der sich alle Teilnehmer auf Augenhöhe begegnen. So können laut FDP „gegenseitige Rücksichtnahmen eine optimierte Nutzung des Straßenraums erfolgen.“ Diese Verhaltensweise ist in Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung festgehalten. Das „Shared Space“-Konzept ist vor allem in der Schweiz, Belgien und Frankreich verbreitet. Laut FDP-Antrag habe sich auch der Verkehrsclub Deutschland in einem Positions-Papier „intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und die wesentlichen Grundlagen für die Einrichtung einer solchen Verkehrsregelung positiv herausgearbeitet und die Vorteile dargelegt“; heißt es in dem Begründungstext des Antrags. Das Konzept setzt ein hohes Maß an Vertrauen in fremde Verkehrsteilnehmer voraus.

Nach Ansicht der CDU sei die Einrichtung einer „Shared Space“-Zone in der Stadtmitte ein Rückschritt, weil dadurch den schwächeren Verkehrsteilnehmern (Fußgänger und Fahrradfahrer) in diesem Bereich die „vorhandenen, großzügigen Fuß- und Radwege“ weggenommen würden. „Die Radfahrer würden sich dann in einer Zone mit den zahlreichen Bussen befinden und hätten keinen eigenen, geschützten Bereich mehr. Ich habe große Zweifel, ob dies die Verkehrssicherheit tatsächlich erhöht“, erklärt der CDU-Bürgermeisterkandidat Lars Christoph. Seine grüne Kontrahentin bei der Kommunalwahl, Nina Lennhof, findet es gut, dass sich die FDP Gedanken über die Verkehrsentwicklung in der Innenstadt macht. „Ob dies nur ein Strohfeuer im Wahlkampf ist oder ernst gemeint, bleibt allerdings abzuwarten bei der Autofahrer-Partei“, sagt Lennhof auf Anfrage. Die Grünen befürworten den Ansatz der Umgestaltung der Stadtmitte mit dem Ziel, mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen, ausdrücklich. Lennhof: „Daher ist der Vorschlag ein Aspekt, der bei einem städtebaulichen und verkehrlichen Konzept geprüft werden muss.“