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Kaarst: Familienhilfeplan stößt auf wenig Resonanz

Sozialpolitik in Kaarst : Familienhilfeplan stößt auf wenig Resonanz

Der Familienhilfeplan der Stadt Kaarst wird auch in diesem Jahr wieder neu aufgelegt, obwohl er in den vergangenen Jahren kaum auf Interesse gestoßen war. Nur die Hälfte der zur Verfügung gestellten Mittel wurden von 2017 bis 2019 abgerufen.

„Warum werden so wenig Mittel abgerufen?“, wollte Sandra Pauen (Fraktionsvorsitzende FWG Kaarst/Die Linke) im Jugendhilfeausschuss wissen. Ihr Tipp: „Mehr Werbung machen.“ Gemeint war der Familienhilfeplan, den die Stadt wieder neu auflegen wird, obwohl er seit Jahren schlechter als erwartet angenommen wird. 10.000 Euro stehen pro Jahr zur Verfügung, um die 5000 Euro wurden in den Jahren 2017 bis 2019 abgerufen, im vergangenen Jahr waren es gerade einmal 2700 Euro.

Coronabedingt wird der Familienhilfeplan auch in diesem Jahr kein Erfolgsmodell werden. Besuche im Schwimmbad, die Teilnahme an Ferienaktionen oder Elternkursen, Gruppenfahrten sowie Mitgliedschaften in Sportvereinen und Jugendverbänden: Das alles soll nicht am Geld scheitern. Dafür sorgt der Familienhilfeplan.

Vereinsmitgliedschaften werden mit bis zu 60 Euro pro Jahr gefördert, für Gruppenfahrten gibt es bis zu 10,50 Euro am Tag dazu. 15,50 Euro pro Tag gibt es für Ferienerholungen mit einem behinderten Kind. Eltern mit beschränktem Einkommen können aus dem Familienhilfeplan für Kurse bis zu 60 Euro erhalten. Außerdem werden zehn Eintrittskarten für das Büttgener Schwimmbad vergeben.

Anspruchsberechtigt sind Familien, in deren Haushaltsgemeinschaft Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr oder im Falle einer Schul- und Berufsausbildung sowie Arbeitslosigkeit der Kinder bis zum vollendeten 27. Lebensjahr leben. Eine Anspruchsberechtigung begründen unter anderem Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, dem Sozialgesetzbuch XII, dem Wohngeldgesetz oder dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen werden.

Der Familienhilfeplan ist eine freiwillige Leistung. Er ergänzt die gesetzlichen Leistungen der Bildung und Teilhabe nach Sozialgesetzbuch II mit einer maximalen Förderung von 180 Euro pro Jahr. Gründe, warum dieses Hilfsangebot nur sehr zaghaft angenommen wird, sind – zumal in den Jahren ohne Corona-Virus – nicht erkennbar.