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Kaarst: Falscher Name der Cousine – Betrüger scheitern mit Enkeltrick

Versuchter Enkeltrick in Kaarst : „Hallo Onkelchen, hier ist Deine Cousine“

Polizei warnt immer wieder vor Enkeltrick-Betrügern und aktuell vor solchen, die sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgeben.

Um kurz vor 13 Uhr klingelt das Telefon von Johannes K.*. Er meldet sich wie immer wenn er den Hörer abnimmt mit seinem Nachnamen. Das andere Ende der Leitung bleibt stumm. „Hallo?“, fragt K. nach. Dann ertönt eine Frauen-Stimme: „Hier bin ich“, sagt diese. K. fragt nach: „Was heißt ich?“. Die Stimme erwidert: „Du hast doch bestimmt Verwandte, rate doch mal.“ K. erklärt, dass er Cousinen hat – wie die meisten Menschen. Die Frau sagt: „Ja, richtig, hier ist Deine Cousine“. Doch K. ist schlau und denkt sich einen Namen aus, von dem er weiß, dass keine seiner Cousinen so heißt. Und auf diesen Namen ist die Gesprächspartnerin angesprungen. „Hallo Onkelchen, hier ist Deine Cousine Gerda*“, sagte die Unbekannte. Doch K. weiß, dass das nicht sein kann, sagt durch den Hörer: „Hör mal zu, Du bist nicht Gerda“, und legt den Hörer auf. Kurz darauf meldet er den Anruf der Unbekannten bei der Polizei.

Die Beamten erklären K., dass er alles richtig gemacht habe und dass die angebliche Cousine sehr wahrscheinlich eine Betrügerin war. „Es war das erste Mal, dass mir so etwas passiert. Aufgeregt war ich nicht“, sagt K. unserer Redaktion nach dem Vorfall am vergangenen Freitag. In der gleichen Woche wurde eine weitere Kaarster Bürgerin von einem angeblichen Verwandten angerufen, doch auch dort scheiterte der Betrugsversuch. „Wir haben solche Anrufe in fast allen Kommunen. Das ist eine Wellenbewegung“, sagt Polizeisprecherin Diane Drawe auf Nachfrage. Aktuell warnt die Polizei vor falschen Mitarbeitern des Gesundheitsamtes. Betrüger würden ihre Masche der aktuellen Corona-Krise anpassen und sich an der Haustür als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgeben, die sich Zutritt zur Wohnung oder zum Haus des Opfers verschaffen wollen. Die Polizei rät, grundsätzlich misstrauisch zu sein, sofern Unbekannte an der Haustür vorstellig werden und niemanden herein zu lassen. Außerdem sollten sich die Bürger den Dienstausweis der Behördenvertreter zeigen lassen. Nach Angaben des Gesundheitsamtes werden dessen Mitarbeiter niemals nach persönlichen Daten fragen oder anbieten, das Geld zu desinfizieren. Gerade in der Corona-Krise sind die Betrüger sehr einfallsreich.

Der Enkeltrick wurde so modifiziert, dass sich die Betrüger als Verwandte ausgeben, die angeblich mit dem Corona-Virus infiziert sind und in einem Krankenhaus liegen. Sie würden dringend Geld für teure Medikamente oder die Behandlung benötigen. Da sie selbst im Krankenhaus liegen, würden sie einen Boten vorbeischicken, der das Geld zu Hause abholt. Spätestens jetzt sollte klar sein, dass Betrüger am Werk sind. Wer einen solchen Anruf erhält, soll sich an die örtliche Polizei wenden und Anzeige erstatten.

*Name von der Redaktion geändert