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Kaarst: Kaarst fällt bei ADFC-Fahrradtest durch

Kaarst : Kaarst fällt bei ADFC-Fahrradtest durch

Im Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs belegt Kaarst bundesweit Platz 153 von 252. Von allen Kommunen im Kreis schneidet die Stadt am schlechtesten ab. Die Grünen fordern ein umfassendes Radwegekonzept.

Jede Menge Schranken, die Radfahrer ausbremsen, Radwege, die aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Gefahren bergen, weil sie zum Beispiel zu schmal sind, wie an der Maubisstraße, oder zu stark verschwenkt, wie an der L 154 im Bereich Stakerseite: Für Radfahrer, sagt der ADFC, ist Kaarst alles andere als eine perfekte Stadt. Das belegen auch die Ergebnisse des aktuellen Fahrradklimatests, den der Fahrradclub im vergangenen Jahr zum mittlerweile fünften Mal mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt hat. Dort fällt Kaarst nämlich schlichtweg durch.

Hans Koenen vom ADFC an der Kreuzung Neersener Straße/Erftstraße. Foto: Berns, Lothar (lber)

Rund 80 000 Radfahrer haben deutschlandweit mitgemacht. Mit ihren Antworten auf 27 Fragen in fünf Kategorien konnten die Teilnehmer beschreiben, wie willkommen sie sich als Radfahrer auf den Straßen ihrer Städte fühlen. Auf Bundesebene belegt Kaarst in der Kategorie "Kommunen mit weniger als 100 000 Einwohnern" Platz 153 von 252, in Nordrhein-Westfalen Platz 40 von 55 und im Rheinkreis sogar den letzten Platz.

Gefahrenstelle für Radfahrer: der Kreisverkehr an der Maubisstraße. Foto: Berns, Lothar (lber)

Besonders schlecht wurden dabei die Fragen "Stellenwert des Radverkehrs?", "Wurde in jüngster Zeit etwas für den Radverkehr getan?", "Wird Parken auf Radwegen großzügig geduldet?", "Werden Radwege an Baustellen sicher geführt?" und "Gibt es öffentlich zugänglich Leihfahrräder?" bewertet. "Alles in allem", schreibt der ADFC Kaarst auf seiner Homepage, "ist das Ergebnis beschämend, auch wenn die Zahl der Befragten nicht repräsentativ ist."

Foto: Berns, Lothar (lber)

Auch die Kaarster Grünen haben die Ergebnisse des Fahrradklimatests ausgewertet und fordern jetzt ein umfassendes Radwegekonzept. Dass besonders der Stellenwert des Radverkehrs von den Befragten schlecht bewertet worden sei, spiegele sich nach Auffassung der Grünen auch in der täglichen Arbeit mit der Verwaltung und in den Ausschüssen wider, heißt es.

"Wir können uns als Grüne durchaus vorstellen, dass ein ehrenamtlicher Fahrradbeauftragter in der Stadt sinnvoll ist, der zu allen Verkehrsvorhaben gehört wird und auch als ständiger Ansprechpartner für die Radfahrer zur Verfügung steht — quasi als Verbindungsglied zur Verwaltung", sagt Grünen-Fraktionschef Christian Gaumitz. "Akuten Handlungsbedarf bei der Verbesserung der Sicherheit und Radwegeführung sehen wir auf der Maubisstraße. Hier muss die Verwaltung dringend tätig werden."

Weitere Punkte, die aus Sicht der Grünen unbedingt verbessert werden müssten, seien die Beseitigung von Hindernissen auf Radwegen (zum Beispiel Falschparker, Mülltonnen, etc.), die Reinigung der Fahrradwege und die Berücksichtigung der Radfahrerinteressen bei Verkehrsplanungen.

(NGZ/rl)