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Kaarst: Evangelische Büchereien gehen online

Neues System in Kaarst eingeführt : Evangelische Büchereien gehen online

Seit Anfang Mai verfügen die beiden evangelischen Büchereien über ein Online-System. Dass es in Zeiten der Corona-Krise eingeführt wurde, war purer Zufall. Noch läuft das neue System allerdings schleppend.

Angekommen im 21.Jahrhundert: Die evangelischen öffentlichen Büchereien im Haus Regenbogen an der Elchstraße und in der Lukaskirche in Holzbüttgen bieten nun eine „Bücherei im Internet“ an. Anfang Mai öffneten die Einrichtungen nach der coronabedingten Pause wieder ihre Pforten. Seitdem ist auch das Online-System verfügbar, für das jeder Nutzer einen Zugang mittels Lesernummer und Passwort erhält. Dass diese Möglichkeit jetzt in Corona-Zeiten das Licht der Welt erblickt, ist Zufall, aber das Ganze könnte bei einer neuen Ausbruchswelle von großem Nutzen sein.

„Ich habe schon sehr lange überlegt, ein Online-System einzuführen“, berichtet Monika Kaless, Leiterin der Bücherei der Lukaskirche. Ihre Kollegin Ulrike Kampf vom Haus Regenbogen ergänzt: „Wir wollten etwas moderner werden!“ Ausschlaggebend war schließlich der Ausfall der Regionaltagung der evangelischen Büchereien wegen der Corona-Krise, die dann per Videochat abgehalten wurde und die Nutzung moderner Medien stärker in den Fokus rückte. Die Übertragung der Büchereibestände in ein elektronisches System als grundlegende Voraussetzung war in Holzbüttgen schon vor 20 Jahren erfolgt, in Kaarst vor neun. Die Leiterinnen der Büchereien und ihre Mitarbeiter, alle ehrenamtlich tätig, machten sich mit der Software vertraut. Nun ist es möglich, den gesamten Bestand am heimischen PC in Ruhe nach Schlagwörtern zu durchsuchen, Bücher vorzumerken, zu verlängern, jederzeit über Neuerscheinungen informiert zu sein, mit einem Klick zu wissen, wann eine Rückgabe erfolgen muss oder welche Kosten anfallen – die sich mit 20 Cent por Buch für eine dreiwöchige Ausleihe im sehr niedrigen Bereich bewegen.

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Für die Büchereimitarbeiter bedeutet das System allerdings Mehrarbeit: Regelmäßig muss nachgeschaut werden, ob jemand etwas vorgemerkt hat, da diese Bücher dann zum Abholen bereit liegen sollen. Noch läuft das Ganze schleppend an: „Etwa zehn Prozent unser jeweils 100 Leser nutzen das Angebot“, berichten Monika Kaless und Ulrike Kampf. Vor allem jüngere Leser und Familien sind dabei. Vom Presbyterium und den Geistlichen der evangelischen Kirchengemeinde als Träger kam ein sehr positives Echo, so Monika Kaless und Ulrike Kampf. Und bei einer erneuten Schließung wegen Corona könnten Bücher bequem im Internet bestellt, bereitgestellt und kontaktlos abgeholt werden. Die katholischen Büchereien haben das System gerade erst installiert und müssen sich noch einarbeiten, so Cornelia Evertz von der Bücherei Sankt Martinus. Die Leser können aber den Bestand online schon einsehen.