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Kaarst: Erste "Komische Nacht" begeistert Publikum und Künstler

Neues Event in Kaarst : Erste „Komische Nacht“ begeistert das Publikum

Fünf Künstler sind in fünf verschiedenen Kaarster Gaststätten aufgetreten. Die erste „Komische Nacht“ war ein voller Erfolg.

Auch beim fünften Mal zieht der Witz noch: „Ich bin das menschgewordene Überraschungsei – außen schwarz, innen weiß“, gibt Comedian und Musiker Marius Jung Auskunft über seine Herkunft und hat damit die Lacher im Café Grön bei Ikea auf seiner Seite. Das Café ist die letzte von fünf teilnehmenden Gaststätten der ersten „Komischen Nacht“ in Kaarst. Das Konzept: Fünf Künstler – Marius Jung, Don Clarke, Keirut Wenzel, Nora Boeckler und Robert Alan – treten jeweils 20 Minuten in den Locations auf. Das Publikum bleibt dagegen in seinem Lieblings- oder Stammlokal.

Unsere Autorin begleitet Marius Jung durch die Nacht. Der Künstler startet im Mercure-Hotel sein Programm – das altersgemischte Publikum sitzt vor weiß gedeckten Stehtischen, die Atmosphäre tendiert zum Eleganten. Jung nimmt seine Herkunft aufs Korn, spielt die Rassismus-Karte mal humorig, mal mit ernsteren Untertönen: „Für manche bin ich ja eher ein dreibeiniger Welpe und sie haben Mitleid mit mir. Und natürlich sieht man, woher ich komme – aus Köln“. Zwischendurch singt er, sucht die Interaktion mit dem Publikum bei den Themen Kreuzfahrt und Fußball. Die Stimmung ist gut, wenn auch etwas verhalten, aber schließlich ist das hier der erste Auftritt.

Anschließend geht es per Shuttle-Bus weiter zum „Alten Rathaus“. Marius Jung entpuppt sich zwischen den Auftritten als sehr freundlicher Mensch ohne Starallüren. Er hat nur gute Erfahrungen bei „Komischen Nächten“ gesammelt: „Jedes Publikum reagiert anders. Das ist interessant bei immer gleichem Programm. Und die Leute mögen den Eventcharakter – das ist so eine Stimmung wie früher bei Kneipenfestivals“, sagt er. Im „Alten Rathaus“ ist es proppenvoll, die Stimmung schon prächtig. Auf der kleinen Bühne verwandelt sich Jung sofort vom „normalen“ Gesprächspartner in den hochprofessionellen Künstler. Das ist faszinierend zu beobachten – genauso wie die Tatsache, dass alle Pointen auch hier zuverlässig zünden. Das amüsierte Publikum spendet viel Beifall. Nur die herumeilenden und sich zwischendurch unterhaltenden Kellnerinnen stören Jung und bekommen auch gleich ihr Fett weg. „Zum Servieren ist ja die Zeit zwischen den Auftritten da“, erklärt er später im Auto.

Die Reaktionen des Publikums werden allerdings im „Haus Broicherdorf“ getoppt: Die Zuhörer gehen so gut mit, dass Marius Jung feststellt: „Ihr seid irgendwie anders.“ Völlig begeistert sind auch Herta Wulff und Ute Heidemanns: Es sei toll, so viele junge Künstler zu erleben, ohne die Lokalität wechseln zu müssen. Das „Nuun and food“ überrascht danach selbst den Künstler Marius Jung: „Saugeiler Hipster-Laden hier“, meint er. Die Reaktionen des Publikums fallen etwas ruhiger aus, nur am Schluss gehen alle richtig mit. Gefallen hat es aber, wie vielfach bestätigt wird. Und dann geht die Fahrt auch schon zum Cafe Grön.

Zum Abschluss sind sich alle Künstler im Mercure-Hotel einig: Das Konzept der ersten (ausverkauften) „Komischen Nacht“ in Kaarst ist voll aufgegangen und die Zuhörer waren durchweg mitgerissen. Die nächste komische Nacht findet am 29. September statt. Interessierte Lokale (80 Sitzplätze) können sich bei Kulturmanager Elmar Spinnen unter 02131 987384 melden.