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Kaarst: Duo rettet Konzertabend im Tuppenhof

Konzert in Kaarst : Duo rettet mit Americana einen Konzertabend im Tuppenhof

Streiche Jazz, setzt Musik aus den Weiten Amerikas: Weil „Sunny Side Up“ ihr Konzert im Tuppenhof absagen mussten, sprang ein Duo ein. Für eine ganz besondere Gage.

Eigentlich hätten „Sunny Side Up“ im Garten des Tuppenhofs auftreten sollen. Dass dieses Jazzkonzert kurzfristig ausfallen musste, lag am Coronavirus, das einige Musiker erwischt hat. Jazzfreunde, die zum Tuppenhof gekommen waren, bekamen ein Angebot, von dem viele auch Gebrauch machten: Ihre Eintrittskarte gilt für das Konzert der Gruppe, das im September nachgeholt werden soll. Gleichzeitig konnten sie bei freiem Eintritt der Musik von Stefan Pelzer Florack und Professor Bottleneck lauschen.

Stefan Pelzer Florack, Kulturamtsleiter der Stadt Grevenbroich, und Professor Bottleneck, der eigentlich Rolf Heimann heißt und pensionierter Gymnasiallehrer ist, machen oft und vor allem gerne Musik. Als sie am Samstag vom Ausfall des Jazzkonzerts hörten, entschieden sie sich für eine Initiativbewerbung. Ein Anruf bei Geschäftsführer Jürgen Rau und der Deal war perfekt. Mit ein paar Würstchen als Gage gaben sich die Musiker zufrieden. Vielleicht kam noch das eine oder andere Getränk dazu.

Ihr Repertoire ist groß, aber am Samstag entschieden sich beide für Americana – für Blues, Folk und bekannte Evergreens. „Wir hatten gestern noch geprobt“, verriet Pelzer-Florack. Er und Bottleneck sind zwei der fünf Mitglieder der Bluegrass-Band „Link in the Chaine“. Man sah sich förmlich auf einem der endlos langen Highways im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, dessen spezieller Spirit die Musiker gepackt hat. Zwischendurch krähte immer wieder mal der Tuppenhof-Hahn. Das Publikum erfuhr, dass „Green Stuff“ weder etwas mit Dollarscheinen noch mit Drogen zu tun hat.

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Professor Bottleneck spielte Square-Neck-Dobro und Mundharmonika, Pelzer Florack Gitarre. Melancholie schwang bei den meisten Songs mit – da ging es um die Träume einer Einwanderin aus Irland, um einen Barkeeper, der nicht genau wusste, ob er seinen Job jetzt lieben oder hassen sollte, um Gefühle von ganz normalen Menschen.

Das Duo überzeugte mit seiner Musik, aber auch mit der Moderation. Das kam sehr gut an. „Ihr seid ein wirklich tolles Publikum“, lobten die Musiker. Wenn beide Seiten zufrieden sind, spricht man nicht nur in den USA von einer Win-win-Situation.

(barni)