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Kaarst: DLRG rettet Mann aus Kaarster See

Kreiswerke mahnen Badegäste zu Vernunft : DLRG rettet Mann aus Kaarster See

Gleich am ersten Wochenende hat die DLRG einem Mann am Kaarster See das Leben gerettet, der im tiefen Wasser in Panik geriet. Die Kreiswerke Grevenbroich als Betreiber richten einen Appell an die Vernunft der Badegäste.

Der Einsatz hat nur zwei Minuten gedauert. Um 15.50 Uhr wurde ein Mann im Kaarster See gesichtet, der kurz unterging, wieder hochkam und mit seinen Armen gerudert hat. Für Philipp Hornby, an diesem Tag Wachführer der DLRG-Ortsgruppe Kaarst, und seine rund zehnköpfige Mannschaft war sofort klar: Der Mann braucht Hilfe.

Ein Rettungsschwimmer sprang direkt auf sein Rettungsbrett, schwamm zu der Person in Not und stabilisierte sie, ehe das Rettungsboot „Norbert“, das einen Tag vorher eingeweiht worden war, zu Hilfe kam und den Verunglückten an Land brachte. „Das war ein Einsatz wie aus dem Lehrbuch“, sagt Hornby im Gespräch mit unserer Redaktion.

Der Gerettete sprach fast kein Deutsch und wusste weder sein Alter noch seinen Nachnamen, die Rettungskräfte schätzen ihn aber auf Anfang 20. Bereits im vergangenen Jahr war ein 19 Jahre alter Rumäne im Kaarster See ertrunken. „Wir erleben leider immer wieder, dass viele Ausländer, die nicht so gut schwimmen können, ihre Kraft überschätzen“, sagt Hornby.

Ohne die Hilfe der DLRG hätte es am Sonntag den nächsten Todesfall gegeben – obwohl der See laut Hornby „überhaupt nicht gefährlich“ ist. An der tiefsten Stelle ist der kleine Kaarster See rund 5,80 Meter tief, es gibt keine gefährlichen Tiere und keine Strömungen – anders als im großen See nebenan, der für Badegäste allerdings gesperrt ist.

Auch Stefan Stelten, Geschäftsführer der Kreiswerke Grevenbroich als Betreiber des Badesees, weiß, wie knapp der Mann dem Tod entronnen ist. „Wenn die DLRG nicht so schnell reagiert hätte, wäre er nicht so einfach da raus gekommen“, sagt Stelten. Gleichzeitig appelliert er an die Vernunft der Gäste, sich nur ins tiefe Wasser zu begeben, wenn man ein guter Schwimmer ist.

Auch in Corona-Zeiten kann der Kaarster See nach Angaben von Stefan Stelten rund 2500 Badegäste aufnehmen. Die Liegewiese ist 19.000 Quadratmeter groß, der See an sich 50.000 Quadratmeter. Bei der Größe ist klar, dass die DLRG keine Eins-zu-Eins-Betreuung leisten kann. „Jeder ist für sich selbst verantwortlich und muss seine Fähigkeiten selbst einschätzen können“, sagt Stelten deshalb auch. Vor allem, wenn Familien mit Kindern da sind, müssen die Eltern aufpassen. „Wir wollen niemandem die Badefreude vermiesen, es geht nur darum, dass sie sich richtig verhalten“, erklärt Stelten. Je nach Andrang ist die DLRG mit 15 bis 20 Leuten vor Ort – bei 2500 Badegästen können sie einfach nicht jeden im Blick behalten.

Am Sonntag kamen sie gerade noch rechtzeitig. Vor zwei Jahren sind dagegen zwei Menschen ertrunken. Nachdem ein vierjähriger Junge am 1. Juli 2018 leblos aus dem Wasser geborgen worden war, verstarb er einen Tag später im Krankenhaus. Zwei Wochen später wurde ein 19-jähriger Mann rumänischer Herkunft ebenfalls leblos aus dem Wasser gezogen.