Nistkasten wieder besetzt Die Schleiereule kehrt auf den Tuppenhof zurück

Vorst · Rund zehn Jahre nach der letzten Sichtung sind jetzt wieder Schleiereulen auf dem Dachstuhl des Tuppenhofes in Vorst gesichtet worden – sehr zur Freude des Nabu-Ortsverbandes Kaarst-Korschenbroich.

 Auf dem Dachstuhl des Tuppenhofes sind diese beiden Eulenküken entdeckt worden.

Auf dem Dachstuhl des Tuppenhofes sind diese beiden Eulenküken entdeckt worden.

Foto: Nabu Kaarst-Korschenbroich

Im Jahr 2015 hat die Nabu-Ortsgruppe Kaarst-Korschenbroich auf dem Dachstuhl des Tuppenhofes in Vorst einen Eulen-Nistkasten installiert. Nach mehr als zehn Jahren wurden nun wieder Schleiereulen auf dem historischen Vierkanthof gesichtet – ganz zur Freude der Naturschützer.

Ein Mitglied des Nabu-Ortsverbandes entdeckte am Dienstag Eulengewölle auf einer Wiese. So nennt man die Spuckballen von Eulen. Im Magen der Tiere sammeln sich unverdauliche Reste ihrer Beute – beispielsweise Haare und Knochen von Mäusen, Federn von Vögeln oder die Panzer von Insekten. Diese Reste ballen sich zu einem wurstartigen Gebilde zusammen und werden von der Eule ausgespuckt, ehe sie die nächste Mahlzeit zu sich nimmt.

Dieses gefundene Eulengewölle ließ hoffen, dass sich auf dem Tuppenhof nach rund zehn Jahren wieder Eulen niedergelassen haben – und diese Hoffnung bestätigte sich, wie Ulrike Silberbach vom Nabu-Ortsverband unserer Redaktion mitteilte. „Zwei flauschige Eulenküken schauten uns an und drückten sich in die Ecke“, so Silberbach. Früher gehörten Schleiereulen zu den selbstverständlichen und geförderten Mitbewohnern jedes Bauernhofes, denn sie waren die natürlichen Jäger der Mäuse und hielten den Bestand der gefräßigen Nager im Rahmen.

So war es für den Tuppenhof und die Nabu-Ortsgruppe klar, im Jahr 2009 einen Schleiereulenkasten in dem alten Vierkanthof aufzustellen. Schnell stellte sich Erfolg ein, leider nur für einige Jahre. Die vielfach in der Landwirtschaft und auch sonst eingesetzten Gifte machen den Mäusespezialisten das Überleben schwer. Umso größer ist die Freude, dass nach der zwischenzeitlichen „Fehlbelegung“ durch Dohlen die Nachtjäger wieder eingezogen sind. „Hoffentlich werden die beiden flauschigen Federbündel groß“, so Silberbach. Der Nabu Kaarst-Korschenbroich würde auch gerne erfahren, ob auf den Höfen ringsherum weitere Eulen leben oder sogar brüten.

Schleiereulen brüten in alten Scheunen oder Kirchtürmen und nutzen gerne spezielle Nistkästen, die oftmals extra für sie angebracht werden. Ihr markantes Äußeres wird von dem auffällig weißen Gesichtsschleier geprägt. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Kleinsäugern wie Wühl- oder Spitzmäusen. Auch kleinere Vögel jagen sie. Im Winter jagen sie unter anderem gerne in Scheunen, in denen durch das dort gelagerte Getreide Mäuse angelockt werden. Die Schleiereule lagert Nahrung gerne am Brutplatz auf Vorrat. Tagsüber zieht sie sich am liebsten in verlassene Ecken alter Gebäude oder in dichte Laubbäume zurück.

(seeg)