Kaarst: Die kuriosesten Ebay-Kleinanzeigen

Kuriose Ebay-Kleinanzeigen in Kaarst : Tausche Jogginghose gegen Haribo

Die Rubrik „Verschenken & Tauschen“ auf Ebay-Kleinanzeigen verspricht nachhaltiges Ausmisten. Aber auch lustige Entdeckungen können da gemacht werden. Wir zeigen Kuriositäten aus Kaarst.

Vielleicht kennen Sie das: Es ist Sommer, man hat Urlaub, und man freut sich, endlich Zeit zu haben für all die schönen Dinge, zu denen man sonst nicht kommt: den Keller ausmisten. Oder den Dachboden. Die Abstellkammer, den Schuppen. Gemäß dem Hornbach-Motto: Es gibt immer was zu tun.

Das Problem: Immer, wenn man tut, was es so zu tun gibt, wird man vor dieselbe unangenehme Frage gestellt: Was kann weg?

Oft weiß man ja, was man nicht mehr braucht. Die Sammlung von Schützenabzeichen beispielsweise, die man in einem Anflug von Heimatliebe und Rhein-Kreis-Nostalgie auf dem Flohmarkt gekauft und am selben Tag noch eingekellert hat. Oder die Fidget Spinner, die gar nicht mal billig waren, aber schon seit einem Jahr nicht mehr im Trend sind – und überhaupt, warum brauchte man sechs davon?

Ja, Sie kennen das. Und womöglich fällt es Ihnen schwer, Dinge einfach zu entsorgen. Gerade jetzt, wo Kritik an der Wegwerfgesellschaft in aller Munde ist, geht das Entrümpeln mit einem schlechten Gewissen einher, das die gewöhnliche Entrümpelungs-Wehmut noch steigert.

Zum Glück gibt es Ebay-Kleinanzeigen. Unter der Rubrik „Verschenken und & Tauschen“ bietet der Online-Flohmarkt eine Möglichkeit, das Ausmisten nachhaltiger zu gestalten. Hier bieten Ebay-Nutzer Dinge an, die sie nicht mehr brauchen, gratis, zum Abholen, oder sie bekommen dafür etwas, was jemand anderes nicht mehr braucht, eine Win-win-Situation. In Kaarst und näherer Umgebung findet sich neben den Fidget Spinnern und Schützenabzeichen: eine Sammlung von 70 Altreifen „mit überwiegend gutem Profil“, ein fast unbenutztes Waschbecken, eine Jogginghose, einzutauschen gegen Haribo, Kinderkleidung, Lineale, Bücher, DVDs, die Schafswolle von drei Moorschnucken, außerdem eine Ladung Pferdemist (nur Selbstabholung).

Was zunächst wie ein Fall für die Tonne scheint, kann für andere durchaus von Nutzen sein. So auch ein Paket von 70 Plastikdeckeln für Kaffeebecher. In diesem Frühjahr hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze angekündigt, die Hersteller der Wegwerf-Deckel zugunsten eines „Littering-Fonds“ in die Pflicht zu nehmen, in den Städten Wetter und Herdecke testen Cafés gerade ein Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher, um der Müllproduktion entgegenzuwirken. Keine schlechte Idee, die 70 Deckel weiterzugeben, anstatt sie wegzuwerfen, und wer Verwendung dafür hat, wird froh sein, nichts zahlen zu müssen. Das Plastik liegt quasi auf der Straße, man muss es nur aufheben.

Interessant sind auch Angebote, mit denen sich der Anbieter einen Dienstleister spart. Beispiel: Bäume zum selber Fällen. Wer Bedarf an Holz hat und eine Kettensäge, kann sich kostenlosen Brennstoff für mehr kalte Winterabende holen, als es angesichts des voranschreitenden Klimawandels noch geben wird, was einmal mehr ein Grund ist, nicht bei jeder Gelegenheit zum Müllsack zu greifen. Der Anbieter wird den Baum los, der Abhol(z)er bekommt Gratis-Holz. Wieder eine Win-win-Situation.

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