Kaarst: Der Tuppenhof glänzte beim Niederrheinischen Radwandertag als Stempelstelle

Niederrheinischer Radwandertag : Kaarst tritt in die Pedale

Der Tuppenhof glänzte beim Niederrheinischen Radwandertag am Sonntag als Stempelstelle mit Stil und Charme. Am Ende sollte jeder Teilnehmer seine passende Strecke finden. Bürgermeisterin Nienhaus kam, um sich treiben zu lassen.

Im Jahr eins nach der Tour den France, die auch durch Büttgen führte, scheint die Fahrradbegeisterung ungebrochen. Horst Luhmer vom Sprecherrat des ADFC  registrierte zufrieden, dass die Beteiligung wieder sehr groß war. „Mit letztem Jahr, als wir in Büttgen eine zweite Stempelstelle hatten, kann man die Situation jetzt nicht so ganz vergleichen, aber die Resonanz war auf jeden Fall besser als vor zwei Jahren“, erklärte Luhmer.

Eric Köhler aus Kaarst und seine Partnerin Dagmar Demke (51) waren am Sonntag die ersten, die beim Niederrheinischen Radwandertag vom Tuppenhof aus an den Start gingen. „Uns zieht es Richtung Jüchen“, sagte der 53-Jährige. Insgesamt werde man auf rund 70 Kilometer kommen.

Zu den ersten Teilnehmern zählte Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus. „Wir überlegen gerade, wohin wir uns treiben lassen“, sagte die Verwaltungschefin. Es sollte eine Tour sein, die möglichst durch die freie Natur führt. Schließlich fiel die Wahl auf die 40,4 Kilometer weite Route über Grefrath, Glehn, Korschenbroich und Büttgen. „Wenn es anfängt zu regnen, können wir immer noch abkürzen“, sagte Ulrike Nienhaus. Aber sie wird bei strahlend blauem Himmel geahnt haben, dass Regen weit und breit nicht in Sicht ist. Familien mit Kindern und betagte, wenig trainierte Radler konnten auch mal eben nach Willich radeln. Anspruchsvoller war da schon die Route über Neuss und Korschenbroich. Horst Luhmer zeichnete mit ruhiger Hand und einem dicken Edding-Stift auf jedes DIN-A-4-Blatt einen Buchstaben: Diese sechs Blätter, die das Wort „Stempel“ ergaben, befestigte er mit Wäscheklammern über dem Stand von Daniel Kehls vom Kaarster Sportamt. Der führte auf dem Innenhof eine Strichliste und drückte den ersten Stempel auf die Karten der Teilnehmer.

Der Tuppenhof glänzte wieder als Stempelstelle mit Stil und Charme. Irmgard Bogatz, Heike Schuler und Elfi Jankowski hatten die „Frühschicht“: Sie boten kühle Getränke an, es gab Grillwürstchen und Kuchen. „Der ist nicht selbstgebacken, sondern von unserer Hausbäckerei Coppenrath & Wiese“, scherzte Elfi Jankowski. Irmgard Bogatz erzählte, wie viel Spaß ihr das ehrenamtliche Engagement auf dem alten Vierkanthof als Teil eines netten Teams macht. „Dass hier eine Stempelstelle ist, fördert den Bekanntheitsgrad des Tuppenhofes“, ist sich Heike Schuler sicher. Sie schaffte die Spardose im XXL-Format herbei, einen Mini-Tuppenhof.

Michael Wilms vom Schulamt der Stadt Kaarst ließ sich mit Sohnemann Luca auf dem alten Hof blicken. „Wir fahren gleich zum Tag der offenen Tür bei der Kaarster Feuerwehr“, sagte Wilms. Die Teilnahme am Radwandertag sei für seinen dreieinhalbjährigen Sprössling, der mit einem Laufrad unterwegs war, noch zu strapaziös.

So ziemlich am anderen Ende der Altersskala rangierte Norbert Fischer. Der 73-Jährige hat ein Leben lang Sport getrieben: „Ich spiele immer noch dreimal pro Woche Tennis, nehme noch an Wettkämpfen teil und bin Mitglied in einem Fitnessstudio“, sagte der Mann, der das Sportabzeichen bereits zum 50. Mal gemacht hat und dessen Radfahr-Tagesrekord bei 300 Kilometern liegt. Die 50-Kilometer-Tour war eine der leichtesten Übungen für den Senior, der als Jurist in leitender Position im Landesumweltministerium gearbeitet hatte.

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