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Kaarst: Clowns bringen Spaß in Krisenregion - Doku auf dem Tuppenhof

Kaarst – Tuppenhof in Vorst zeigt Dokumentation : Clowns bringen Spaß in Krisenregion

In der Dokumentation „Joy in Iran“ bringen Clowns vernachlässigte Menschen zum Lachen. Auf dem Tuppenhof wurde der 90-minütige Film vor 40 Zuschauern gezeigt. Zuvor trat Angelika Marx von der Sektion „Clowns ohne Grenzen“ auf.

„Clowns ohne Grenzen“ sind Ehrenamtler, die das Lachen in die tristesten Winkel dieser Erde bringen. Um diese Clowns ging es in der Reihe „Dienstags im Tuppenhof“. Die rund 40 Besucher bekamen den Film „Joy in Iran“ von Walter Steffen zu sehen. Zuvor gab Angelika Marx aus Köln von der Sektion NRW „Clowns ohne Grenzen“ eine Kostprobe ihres Clowns-Könnens. Und sie erzählte, wie alles angefangen hatte. Die Kinder aus dem ehemaligen Jugoslawien waren so traurig. Eine Schulklasse in Spanien beauftragten einen Clown, um die kleinen Kriegsflüchtlinge aufzuheitern. „Wir wollen Kindern eine Freude machen, die sonst nichts haben“, erklärte Angelika Marx.

Der 90-minütige Film sollte mehr sagen als 1000 Worte. Immer, wenn die Bildqualität mal nicht so gut war, war dies ein Zeichen dafür, dass heimlich gefilmt worden war. „Wir wollten das andere Iran zeigen, das mit sehr viel Menschlichkeit und Gastfreundschaft“, sagte die Kölnerin. Die Hauptprotagonistin Susie Wimmer erklärte später im Film, dass das iranische Regime ein respektvolles Verhalten erwartet habe – sie vermied deshalb jede Kritik, trug wie selbstverständlich ein Kopftuch und vermied es bei den Auftritten, ihren Clown-Kollegen Andreas Schock zu berühren. Monika Single war die Dritte im Bunde. Die Zuschauer sahen berührende Bilder: In einem Heim für Erwachsene mit schweren geistigen Behinderungen in Mashad tauten Einige so richtig auf. Diese Reaktion bestätigte die These von Andreas Schock: „Musik kann Gefühle beeinflussen.“

Auffällig: Das Clown-Trio strahlte unheimlich viel Energie und Lebensfreude aus, vor allem aber auch Begeisterung, die ansteckend wirkt. Die Zuschauer begleiteten die Akteure zu den unterschiedlichsten Auftritten. Überall waren iranische Männer vor Ort, die sicher aufpassten, dass die Auftritte nicht aus dem Ruder liefen. Erstaunlich: Der Iran, so erfuhren die Zuschauer, nehmen schon seit Jahrzehnten Flüchtlinge aus Afghanistan auf. Da lag es nahe, auch einmal in einem solchen Flüchtlingscamp aufzutreten. Erstaunlich, wie inmitten dieser Tristesse die Zahl derer, die lachten, wuchs, wie große, schwarze Augen zu strahlen begannen.

Wer mitmachen wollte, wurde ermutigt: „Du bist so, wie Du bist – perfekt“, gab die Theaterfrau Susie Wimmer den Kids mit auf den Weg – und ein strahlendes Lachen gab’s noch mit dazu. Da  wurde getanzt und geklatscht, Krieg und Vertreibung schienen für einen Moment kein Thema zu sein. Diese Heiterkeit ist übrigens der „Lohn“ der ehrenamtlichen Clowns. Im Film wurde auch gezeigt, wie der Unternehmer Reza Abedini Sohi mehr und mehr vom Clownvirus infiziert wurde, und zwar bis hin zur Bühnenreife.