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Kaarst: CDU-Schlappe mit Ankündigung

Politik in Kaarst : CDU plant langfristig für die nächste Wahl

Nach der Wahlniederlage und dem Rücktritt von Lars Christoph scheint sich die CDU wieder zu fangen. Einen neuen Vorsitzenden will die Partei im März wählen.

Es war nicht das Jahr der CDU und vor allem nicht das Jahr des Lars Christoph. Nach seiner klaren Niederlage bei der Stichwahlwahl zum Bürgermeister im September gegen Ursula Baum trat er im Oktober von seinem Amt als Parteivorsitzender zurück. Zu spät, wie einige Parteimitglieder meinten, Christoph hätte seinen Hut noch am Wahlabend oder einen Tag danach nehmen müssen.

Mit ihm traten auch die beiden Stellvertreter Sabien Mieruch und Franjo Rademacher zurück. Dass es so weit gekommen ist, hatte sich bereits im Oktober 2019 angebahnt. Damals war Christoph als Bürgermeisterkandidat gegen die Amtsinhaberin Ulrike Nienhaus angetreten. Beide Seiten sammelten fleißig neue Mitglieder, die kurz vor der entscheidenden Mitgliederversammlung noch in die CDU eintraten. Christoph setzte sich knapp durch. Viele Mitglieder sahen darin einen Affront und das Unheil schon damals kommen. Viele wandten sich von Christoph ab und untersagten ihm die Unterstützung im Wahlkampf, die er gebraucht hätte.

Den Vorschlag einiger hochrangiger Parteimitglieder, sich die Amtszeit mit Nienhaus zu teilen und das Bürgermeisteramt von ihr nach zwei Jahren zu übernehmen, schlug Christoph offenbar aus. Er wollte den Posten gleich übernehmen, weil er sich zwischen seinem Job und der Politik entscheiden musste. So hatte er seine Entscheidung damals jedenfalls erklärt. Doch die Wähler hielten ihn nicht für den richtigen Bürgermeister, wählten trotz Unterstützung der Grünen Ursula Baum an die Spitze der Verwaltung. Christoph blieb am Ende keine Wahl, er trat zurück und machten den Weg für einen Neuanfang der CDU frei.

Eine seiner letzten Amtshandlungen war es, den ehemaligen Bürgermeister Franz-Josef Moormann als Mediator zu installieren. Ein cleverer Schachzug, denn Moormann war während seiner Amtszeit sehr beliebt. Er leitete nicht nur die Mitgliederversammlung im Oktober, auf der Christoph zurücktrat, sondern begleitete die CDU bis Weihnachten auf ihrem Weg zum Neuanfang. Moormann half dabei, die Wahlniederlage zu analysieren, gab der neu gegründeten „Startgruppe 2025“ viele Impulse. Einen neuen Vorsitzenden hat Moormann noch nicht gefunden, diesen wird die CDU auf ihrer nächsten Präsenzversammlung im kommenden März wählen – falls sie stattfinden kann.

Wer auch immer den Vorsitz übernimmt: Es kommt viel Arbeit auf den neuen starken Mann – oder die neue starke Frau – zu. Gräben sind zuzuschütten, Mitglieder sind wieder zu überzeugen. Das Ziel ist klar: In fünf Jahren will die CDU mit einem Kandidaten wieder bei der Kommunalwahl antreten und sich den Bürgermeisterposten zurückholen. Und die Mehrheit im Stadtrat.