Kaarst: CDU fordert "mehr Infos" zur App für Jugendliche

Jugendhilfeausschuss in Kaarst : CDU fordert „mehr Infos“ zur Politik-App für Jugendliche

Jugendpartizipation mittels einer App, das Unicef-Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ und das Jugendtaxi: Die FDP stellte im Jugendhilfeausschuss drei Anträge. Beschlossen wurde keiner davon, die übrigen Fraktionen meldeten weiteren Beratungsbedarf an.

In einem Punkt herrschte Einigkeit: Es ist schwer, die Kaarster Jugendlichen für die Kommunalpolitik zu engagieren. Vor diesem Hintergrund könne eine App eine Lösung sein, ist sich Uschi Baum (FDP) sicher. Es gehe darum, die Demokratie zu stärken. Ein Smartphone habe fast jedes Kind ab der fünften Klasse. „Wir bräuchten ein bisschen mehr Infos“, gab Marcel Finger (CDU) zu verstehen. SPD und Grüne hätten ebenfalls noch gerne mehr Informationen. Jugenddezernent Sebastian Semmler erklärte Folgendes: „Wir bräuchten eine zusätzliche halbe Stelle, mit dem bestehenden Personal können wir das Projekt nicht angemessen betreuen.“

Kinderfreundliche Kommune – dieses Siegel der Unicef kostet 4000 Euro pro Jahr. „Das sehen wir sehr positiv, aber wir haben noch Beratungsbedarf“, sagte Göran Wessendorf (SPD). Für Uschi Baum ist das Präventionskonzept der Stadt Kaarst schon ein wesentliches Element, um dieses Siegel zu erhalten. „Sachverständige aus dem wissenschaftlichen und dem kommunalen Kontext bringen ihr Expertenwissen in das Vorhaben ein“, ist im Antragstext der Liberalen zu lesen. Spätestens im Rahmen der Haushaltsberatungen soll über den Antrag entschieden werden.

Dort wird höchstwahrscheinlich auch entschieden, ob Mittel für das Jugendtaxi zur Verfügung gestellt werden sollen. Grüne und CDU befürchten hohen Verwaltungsaufwand. Die FDP-Fraktion möchte, dass in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag und in Nächten vor gesetzlichen Feiertagen jeweils zwischen 22 und drei Uhr 16- bis 21-Jährigen von dem Jugendtaxi profitieren sollen. Den Liberalen schwebt ein Zuschuss von fünf Euro pro Fahrt vor, unabhängig davon, wie viele Jugendliche beziehungsweise junge Erwachsene mitfahren. Bestellt werden soll das Jugendtaxi über die Kaarster Taxi-Hotline beziehungsweise -zentrale. Nach einem Jahr soll das Projekt evaluiert werden, gefolgt von der Entscheidung, ob es fortgesetzt wird. Die voraussichtlichen Kosten für die Stadt belaufen sich nach Schätzungen der Liberalen auf rund 1000 Euro pro Jahr.

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