Kaarst: CDU fordert Beirat für erhaltenswerte Gräber

Friedhof in Kaarst : CDU fordert Beirat für erhaltenswerte Gräber

Die CDU-Fraktion wird in den November-Sitzungen des Bau- und Umweltausschusses sowie des Kulturausschusses beantragen, dass der kulturhistorischen Bedeutung des Kaarster Friedhofs in verstärktem Maße Rechnung zu tragen sei.

Und sie macht sieben Vorschläge, wie dies geschehen könnte.

Das alles soll unter der Überschrift „Geschichte erlebbar“ geschehen. Josef Johnen, CDU-Mitglied und Experte der Kaarster Friedhofskultur sowie Rainer Milde und Lars Christoph schauten sich vor Ort um. Was wohl die wenigsten Bürgerinnen und Bürger wissen dürften: Der Kaarster Friedhof an seinem jetzigen Standort wurde bereits 1763 angelegt. „Das war weit vor der Säkularisierung und der napoleonischen Verwaltungs- und Bestattungsreformen, die zur Folge hatten, dass aus Gründen der Hygiene nicht mehr im Schatten der Pfarrkirchen beigesetzt wurde“, erklärte Josef Johnen.

In den Grundstrukturen sei der Kaarster Friedhof bis heute erhalten. Der ursprünglich umlaufende Weg ist noch in Teilen erhalten, er muss aber freigeschnitten werden. Die Christdemokraten machen sich stark für den Erhalt besonders bedeutsamer Grabsteine beziehungsweise Grabstätten. Josef Johnen führt aber noch etwas anderes im Schilde: „Im kommenden Jahr, 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, soll eine Erinnerungsstele für die in Kaarst durch direkte Kriegsereignisse zu Tode gekommenen zivilen Opfer dieses Krieges errichtet werden.“

Lars Christoph schwebt die Einrichtung eines Beirats vor, der beurteilt, welche Gräber oder Grabstätten unter historischen Aspekten erhaltenswert sind. Falls entsprechende Gräber aufgegeben werden sollen, könnten die Grabsteine an zentraler Stelle platziert und auf Dauer erhalten werden. Die CDU möchte auch, dass Führungen über den Kaarster Friedhof angeboten werden, möglicherweise in Zusammenarbeit mit der VHS. Außerdem regen die Christdemokraten an, an geeigneten Stellen Erläuterungstafeln anbringen zu lassen, die den Besuchern wichtige kulturhistorische Sachverhalte und Umstände näherbringen beziehungsweise erklären. Rainer Milde hält nichts von Diskussionen in anderen Fraktionen bezüglich eines neuen Standorts für das Kriegerdenkmal in Kaarst, aber auch das in Büttgen: „Sie sollen dort stehen bleiben, wo sie sind und mahnen, dass das, was passiert ist, nie wieder passieren darf.“

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