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Kaarst: "Buratinos lange Nase" – Theaterstück mit kleinen Schwächen

Theaterstück in Kaarst : „Buratinos lange Nase“ – Laientheater mit kleinen Schwächen

Im Albert-Einstein-Forum haben am Wochenende Laiendarsteller das Theaterstück „Buratinos lange Nase“ für Kinder ab vier Jahren aufgeführt. Während die Darbietungen allesamt gut waren, hätte das Stück etwas kürzer und leiser sein können.

„Buratinos lange Nase“ lud am Freitag und Samstag alle Generationen zur Vorstellung ins Albert-Einstein-Forum ein. Das russische Pendant zu Pinocchio, kreiert von Alexei Nikolajewitsch Tolstoi in dem Kinderbuch „Die Abenteuer des Buratino oder das Goldene Schlüsselchen“, wurde unter der Regie von Elena Löwen und der musikalischen Leitung von Mark Koll auf die Bühne gebracht.

Die Lieder von Klaus Kleinemann und Elena Löwen gingen auf den russischen Film „Die Abenteuer des Buratino“ von 1976 zurück. Löwen, gebürtige Russin, arbeitete mit einer Gruppe von 18 Laienschauspielern, wozu Erwachsene und Kinder vieler Nationen gehörten. Das Stück übernahm auf diese Weise die Funktion eines Brückenbauers, um sowohl zwischen den Kulturen als auch den Generationen zu vermitteln. Und es sollte einfach Freude bringen.

Die Schauspieler waren mit großem Enthusiasmus und Spielfreude bei der Sache, ließen ihre Lieder stimmgewaltig erklingen und schienen keine Probleme mit Lampenfieber zu haben. Allen voran Timon Niehoff, der den Titelpart übernommen hatte. Er verwandelte die früheren Holzpuppe Buratino in einen frechen und gleichzeitig liebenswerten Jungen.

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Seine souveräne Spielweise bestimmte das musikalische Märchen, das ihn nach einigen Wirrungen herausfinden ließ, wer Feind und wer Freund war. Die stimmungsvollen Kulissen unterstützen die durchweg harmonische Schauspielkunst und eine vierköpfige Band lieferte den passenden Soundtrack. Beim Gesang legten sich vor allem Elena Bär als Füchsin Alice und Behzad Bihamata als blinder Kater Brasilio ins Zeug – ein bisschen zu sehr, denn ihre Darbietung war schlicht zu laut und textlich nicht immer verständlich. Auch der Band hätten ein paar leisere Töne gut getan.

Das Stück wurde für Kinder ab vier Jahren angeboten, was angesichts einer langen Spieldauer – eine Pause gab es erst nach 70 Minuten – eine Herausforderung darstellte. Positiv bleibt, dass die Schauspieltruppe eine große Homogenität bewies, sich keine „Hänger“ leistete und das aus Publikum auf seine Kosten kam und die grundsätzliche Intention erreicht wurde: den Menschen Freude zu bringen – nach einer kräftezehrenden Pandemie.