Kaarst: Büttgener feiern Rosenmontagszug im Sonnenschein

Rosenmontagszug : Büttgener Jecken feiern im Sonnenschein

Der Rosenmontagszug setzte sich trotz des Sturmtiefs pünktlich um 14.11 Uhr in Bewegung. Wieder mit dabei: Ein Prinzenpaar.

Die Narren, die beim Rosenmontagszug in Büttgen dabei waren, blicken optimistisch in die Zukunft. Die Auseinandersetzung mit dem, was künftig sein wird, war die Konsequenz aus dem diesjährigen Motto „Mer lure in de Zukunft“. Zwölf Großwagen und 18 Fußgruppen ergaben einen stattlichen Zug. Mitunter schien sogar die Sonne, Tief „Bennet“ war wie weggezaubert. Um 14.11 Uhr ging es wie geplant los.

Herbert Schmitz und Peter Ducksch, Vorsitzende der „5 Aape“, hatten am Sonntag einen Anruf aus dem Rathaus bekommen. Man vereinbarte ein Treffen für Montagvormittag in der neuen Feuerwache. Gegen 10 Uhr stand fest: Der Rosenmontagszug findet pünktlich wie geplant statt – genau die richtige Entscheidung, wie sich am frühen Nachmittag herausstellte. Zu bewundern waren etliche „Leihwagen“. Das Kaarster Prinzenpaar Christoph und Claudia Demuth fuhr auf dem Wagen des Neusser Karnevalsprinzen Kalli I. mit, der vor 66 Jahren in Büttgen geboren wurde. Die Zukunftsprognose, die auf diesem Wagen zu lesen war: „Et jeht immer wigger.“ Der Neusser Prinz fuhr in der riesigen Narrenkappe im Wagen des Neusser Karnevalsausschusses mit, während für Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus ein Platz auf dem Prinzenwagen reserviert war. Ob sie das kleine Transparent am Wagen der Fußgrupppe „Büttger Spunken“ gesehen hat? Dort wurde die Tatsache thematisiert, dass im Sommer wohl nicht alle Büttger i-Dötzchen ihre Schullaufbahn in Büttgen werden starten können.

Aus Neuss stammte der Wagen mit den vielen Disney-Motiven, den sich die Interessengemeinschaft Büttgen ausgeliehen hatte. Ihr Slogan: „Top Qualität statt simpler Masse – gemeinsam stark, das ist klasse.“ Wie wichtig die Teilnahme am Rosenmontagszug für viele Menschen ist, wurde am Beispiel der aus Driesch stammenden Julia Neis deutlich: Sie war eigens aus Münster angereist, um sich in die Gruppe der Wahrsagerinnen einzureihen. Michael Hoster vom Schützenzug „Selde Blömkes“ schwenkte als Donald Trump die amerikanische Flagge, seine Schützenbrüder hatten sich als Mexikaner verkleidet, die sich jenseits der von Trump gewünschten Mauer aufhielten. Viel für’s Auge bot die Fußgruppe „Emol im Jahr“ mit den kunstvollen Frisuren aus Schaumstoff und mit jeder Menge Glitzer.

Dass Schützen gerne auch Karneval feiern, bewiesen unter anderem die „Freien Kaarster Karnevalisten“ mit prominenten Vertretern des Sommerbrauchtums wie Claus Schiffer, Präsident der Kaarster St. Sebastianer. Ihre Zukunftsvision: Zur Kommunikation genügt künftig die Computersprache. Die „Fidele Jonge“ machten als Astronauten mit. Die Büttger Schützenkönigin Sabine Klein war am Krönchen auf dem weißen Pappmaché-Helm zu erkennen, König Norbert Klein trug einen goldenen Helm. Die Stimmung war hervorragend, aber Peter Ducksch bedauerte schon, dass die After-Zug-Party von der Stadt nicht genehmigt wurde.

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