Kaarst-Büttgen: Anwohner kritisieren geplante Wohnbebauung an Birkhofstraße

Vorhaben in Kaarst : Anwohner fordern Park an Birkhofstraße

An der Birkhofstraße in Büttgen sollen rund 120 neue Wohneinheiten entstehen. Doch Raymund Bialkowski hat einen anderen Plan für den Standort: Er fordert einen Bürgerpark mit nur 20 Wohneinheiten.

Wach geworden ist Raymund Bialkowski durch einen Artikel in dieser Zeitung zur geplanten Bebauung an der Birkhofstraße in Büttgen. „Ich habe mir daraufhin die Unterlagen besorgt. Darin steht, dass im Flächennutzungsplan eigentlich eine Grünanlage vorgesehen ist, die meines Wissens nach noch nicht rechtskräftig geändert wurde“, sagt Bialkowski. Für Anfang des Jahres ist offenbar noch eine Besprechung geplant, in der es noch einmal um den Standort geht.

Doch was will der 75-Jährige statt Wohnungen? „Ich möchte, dass dort ein Bürgerpark entsteht und habe auch mithilfe eines Gärtners schon einmal eine erste Skizze gemacht“, sagt er und zeigt ein Blatt Papier. Darauf ist ein Park mit einem Spielplatz zu sehen, der umgeben ist von Bäumen. Mitten durch den Park verläuft ein sogenannter „Jahreszeitenweg“, auf dem Pflanzen angebaut werden könnten, die zu den jeweiligen Jahreszeiten blühen. Die Bürger, die Bialkowski zu seinen Plänen befragt hat, seien alle begeistert – wollen aber drei Ausnahmen haben: Ein in Büttgen dringend benötigtes Ärztehaus, eine Kita und ein Wohnhaus für integriertes Wohnen. Dies sollte allerdings ökologisch sinnvoll sein. „Vielleicht mit einem Gründach“, sagt er.

Bialkowski hat bereits Briefe ans Technische Rathaus und an die NRW-Umweltministerin geschickt. „Es kann nicht sein, dass wir jeden Winkel bebauen. Das ist überhaupt nicht sinnvoll“, sagt Bialkowski. Die Belastungen für das „Runddorf“ Büttgen seien jetzt schon viel zu hoch. „Büttgen ist übermäßig belastet durch Straßen- und Luftverkehr. L381, L154 und K37 sind Zubringer zu den Autobahnen, es herrscht starker Berufs- und Luftverkehr, vor allem bei Ostwind“, sagt das ehemalige Kaarster Ratsmitglied. Bialkowski bemängelt, dass jeder Kaarster Ortsteil zumindest über eine Grünfläche verfüge – nur Büttgen nicht.

Der Bürgerpark in Büttgen soll auch den Menschen als Treffpunkt für Jung und Alt dienen. Der Rathausplatz werde diesem Anliegen nicht mehr gerecht. „Büttgen ist doch in der Innenstadt tot, da passiert nichts mehr“, beklagt der 75-Jährige. Mit einem Bürgerpark würde dem Stadtteil neues Leben eingehaucht.

Die Stadtverwaltung macht dem Anwohner aber keine Hoffnung, dass sein Vorhaben tatsächlich realisiert wird. „Die Stadt hat an der Birkhofstraße zentrale Flächen erworben, um dort wesentliche öffentliche Bedarfe zu befriedigen. In Büttgen ist die Nachfrage nach Wohnraum groß. Büttgen benötigt dringend eine neue Kita, Ärzte und eine Antwort auf den Wunsch nach generationsübergreifenden Wohnkonzepten“, teilte Stadtsprecher Peter Böttner auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Die jetzigen Planungen setzten diese Anforderungen um, und die Kaarster Politik begleite den Planungsprozess intensiv. „Durch Bürgerinformationsveranstaltungen wurde das Verfahren transparent transportiert, zuletzt ist die geplante Verkehrsführung in der Pampusschule vorgestellt worden. Herr Bialkowski hat sich im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung in das Planungsverfahren eingebracht, eine Stellungnahme der Stadt erfolgt an ihn persönlich. Auch in den nächsten Verfahrensschritten werden die Bürger beteiligt“, sagt Stadtsprecher Peter Böttner.

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