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Kaarst: Bürger beschweren sich über Baumbestand

Aktion der Kaarster Grünen : Bürger beschweren sich über Baumbestand

Die Kaarster Grünen haben bei ihrer Aktion „Hier fehlt ein Baum“ über 100 Einsendungen erhalten.

Die Kaarster Grünen konnten sich in den vergangenen Wochen vor Post kaum retten. Nach ihrem Aufruf an die Bürger unter dem Motto „Hier fehlt ein Baum“, der Partei Fotos von Orten zuzuschicken, an denen ein Baum fehlt, abgestorben oder vertrocknet ist oder ohne Ersatzpflanzung gefällt wurde, erhielten sie mehr als 100 Einsendungen mit Beispielen aus dem Stadtgebiet.

„Uns hat die große Anzahl der Einsendungen auf der einen Seite erfreut, da wir merken, dass den Kaarstern Bäume in der Stadt äußerst wichtig sind“, erklärt Grünen-Vorstandssprecherin Nina Lennhof: „Auf der anderen Seite waren auch wir erschrocken, wie nachlässig die Verwaltung mit Ersatzpflanzungen umgeht. Wir werden als Grüne für den Haushalt 2020 extra Mittel für die Pflanzung von Stadtbäumen fordern.“

Die Grünen haben aus den Einsendungen Beispiele ausgewählt und an Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus geschickt mit der Bitte, zu jedem einzelnen Fall Stellung zu nehmen. Die Stadt soll die Standorte überprüfen und mitteilen, wann Ersatzpflanzungen vorgenommen werden oder warum es an bestimmten Stellen erst keine Bepflanzungen gibt, wo eigentlich eine hinpasst. „Bäume sind nicht nur effektive CO2-Speicher und somit Klimaschützer im besten Sinne, sondern sie kühlen in den heißen Sommern auch unsere Stadt. Darüber hinaus bieten Bäume zahlreichen Lebewesen ein Zuhause und tragen somit zur Aufrechterhaltung der Artenvielfalt in der Stadt bei“, erklärt Nina Lennhof.

Die umfangreiche Dokumentation ist auch auf der Homepage der Partei unter www.gruenekaarst.de zu finden. Dort sind detailliert Beispiele aufgezählt, wo Bäume fehlen oder kaputt sind. An der „Josef-Kuchen-Straße gegenüber Haus 12“ beispielsweise ist eine Eberesche bereits zum zweiten Mal gepflanzt worden und erneut abgestorben. Auch die Unterpflanzung an der Straße sei „kaputtgepflegt“, wie es in dem Dokument heißt. Auch die sogenannten Steingärten kommen in der Auflistung vor. Dabei stellt ein Bürger die Frage, wieso die Stadt ein Grundstück ohne Begrünungsauflagen verkauft.

Viele Bäume in der Stadt leiden auch unter kaputten Rinden. So beispielsweise am Grünzug Commerweg in Büttgen oder am Lindenplatz in Holzbüttgen. Auch leere Pflanzkübel sind den Bürgern ein Dorn im Auge. So wie am Bruchweg in Höhe des Pfarrzentrums Holzbüttgen, an der Edelweißstraße vor dem Spielplatz oder auf der Königstraße Ecke Türkisweg. Auch die Gewerbegebiete wurden von den Bürgern abgeklappert: So wurden am Hüngert zwei Baumstumpfreste gefunden, die angeblich im Bebauungsplan als Baum angerechnet sind.