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Kaarst: "Brücken über den Nordkanal" wurden erstmals gewartet

Kunstwerk in Kaarst : „Brücken über den Nordkanal“ wurden erstmals gewartet

Zwölf Jahre nach dem Bau wurde das Kunstwerk erstmals auf Schäden inspiziert. Laut der Zimmerei, die das Kunstwerk gebaut hat, ist es in einem guten Zustand. Für Stefan Schubert und seine Kollegen sei die Wartung eine „Herzensangelegenheit“.

Die „Brücken über den Nordkanal“ von Wilhelm Schiefer sind ein monumentales Kunstwerk. Es besteht aus fünf miteinander verbundenen Türmen, der höchste ist 14 Meter hoch. Zwölf Jahre nach dem Bau investierte der „Kunstverein Nordkanal“ erstmals in eine rund 2000 Euro teure Wartung. Sie wurde von der Jüchener Zimmerei Drossard vorgenommen. Diese hatte das Kunstwerk damals gebaut.

Für Stefan Schubert von der Jüchener Zimmerei war es ein ganz besonderer Auftrag: „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dieses Kunstwerk instand zu halten“, erklärte der Mitarbeiter des Meisterbetriebs in vierter Generation. Und er war überrascht: „Der Zustand ist erstaunlich gut.“ Nichtsdestotrotz musste hier und da Hand angelegt werden. „Der untere Teil wurde bis zu den Querriegeln abgeschliffen und mit Holzschutzmittel neu lackiert“, erklärte der Vorsitzende des „Kunstvereins Nordkanal“, Markus Albiez. Für die Inspektion des oberen Teils des Kunstwerks hatte sich die Zimmerei einen Kranwagen ausgeliehen. Hans-Jürgen Kremer war Herr über die Fernbedienung, in einem Stahlkorb wurden die Zimmerleute in die Höhe gehievt. Entdeckt wurden so manche Trocknungsrisse. Die Experten von Drossard werteten diese als völlig unkritisch in Bezug auf die Standfestigkeit. Und sie zogen die mächtige Schraubverbindungen nach – sicher ist sicher. Das ist besonders ganz unten wichtig, weil dort das Gewicht der fünf Türme besonders stark drückt.

Markus Albiez weiß, dass mittelfristig weitere Arbeiten zu erledigen sind. Er denkt da vor allem auf den Austausch der Holzriegel im unteren Bereich – sie sind der Witterung besonders stark ausgesetzt. Albiez geht davon aus, dass dies in rund drei Jahren gemacht werden muss. Dass das Kunstwerk aus Fichten- beziehungsweise Tannenholz regelmäßig gewartet wird, ist für den „Kunstverein Nordkanal“ Ehrensache. „Wir bekommen ein Zertifikat, in dem die Durchführung der erforderlichen Arbeiten bestätigt wird“, freut sich Albiez. Unterstützt wurde der Verein von der Regiobahn-Gesellschaft: Sie hatte den Strom gratis zur Verfügung gestellt. „Es geht uns darum zu zeigen, dass wir uns um unsere Kunstwerke kümmern, auch wenn gerade nichts Neues geplant ist“, erklärt Albiez. Geplant ist ja die Umgestaltung des Trafohäuschens am ehemaligen Vorster Sportplatz hin zu einem Kunstwerk. Nicht zuletzt durch Corona ist die Umsetzung dieses Projekts ins Stocken geraten. „Wir glauben, dass es gerade nicht die richtige Zeit ist, um intensiv um Unterstützung des Projekts zu werben“, so Albiez.