Kaarst: Breite Unterstützung fürs Café Einblick

Kaarster Einrichtung in Not : Breite Unterstützung fürs Café Einblick

Die inklusive Einrichtung steckt nicht nur in finanziellen Nöten, auch ein Nachfolger für die Betreiberin ist noch nicht gefunden. Doch sowohl die Stadtverwaltung als auch die Fraktionen signalisieren Hilfsbereitschaft.

In den vergangenen Tagen und Wochen wurde Brigitte Albrecht positiv überrascht. „Mit so viel Unterstützung aus der Bevölkerung habe ich nicht gerechnet“, sagt die Betreiberin des Café Einblick. Die Einrichtung hat derzeit gleich zwei Probleme. Zum einen wird es immer schwieriger, mit den finanziellen Mitteln auszukommen - Einnahmen werden ausschließlich durch Spenden und den Café-Betrieb generiert -, zum anderen sucht Brigitte Albrecht bislang vergeblich nach einem geeigneten Nachfolger. Schließlich will sie spätestens in zwei Jahren, mit ihrem 70. Geburtstag, die Einrichtung, in der aktuell acht Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen arbeiten, in andere Hände geben.

Doch die beiden Probleme sollen aus Sicht der Stadt Kaarst und der Fraktionen nicht zum Sargnagel für das Café Einblick werden. Wie Stadtsprecher Peter Böttner auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, erhalte das Café derzeit keine finanziellen Zuschüsse der Stadt. „Die Verwaltung vermittelt jedoch Kontakt zu Förderern, unterstützt ideell und bucht das Catering des Cafés für städtische Veranstaltungen; das nächste Mal beim Festakt am 3. Oktober“, so Böttner.

Dass das Café Einblick in Zukunft eine Förderung aus dem städtischen Haushalt erhält, sei jedoch keineswegs ausgeschlossen. „Ebenso wie bei anderen Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, aus dem sozialen oder integrativen Bereich“, so Böttner, der hinzufügt: „Das Café Einblick leistet tolle integrative Arbeit, ist zudem Anlaufstelle für andere Kaarster Einrichtungen und Vereine. Deshalb ist der Erhalt des Cafés beziehungsweise der gemeinnützigen GmbH von besonderem Interesse. Die Stadt hält einen engen Kontakt zur Geschäftsführung und wird das Projekt weiter intensiv begleiten.“

Für Christian Gaumitz, Chef der Kaarster Grünen, ist die Einrichtung an der „Alte Heerstraße 16“ nach eigenen Angaben eine Herzensangelegenheit, darum unterstütze die Fraktion das Café mit einem monatlichen Obolus. Dennoch sieht Gaumitz eine direkte finanzielle Hilfe durch den städtischen Haushalt kritisch. Lieber wären ihm „kreative Lösungen“. Sein Vorschlag: Das Café Einblick könnte in weitere Veranstaltungen als Caterer involviert werden. Auch, dass das Rathaus keine eigene Kantine besitzt, könnte sich das Café zu Nutze mache und ein spezielles Angebot kreieren. „Wir nehmen das Thema mit in die Haushaltsberatungen. Ich halte es aber für schwierig, einfach die Schatulle zu öffnen“, sagt Gaumitz.

Brigitte Albrecht dazu: „Es geht uns nicht darum, nur mehr Spenden zu bekommen. Auch die Arbeit ist wichtig – es wäre eine tolle Sache, wenn wir noch mehr in Projekte mit einbezogen werden.“

Auch der Kaarster CDU-Chef Lars Christoph hält das Café Einblick für eine „prima Einrichtung, die erhalten bleiben sollte“. Zwar könne die Stadt in einem bestimmten Rahmen die finanziellen Probleme lösen, das gelte jedoch nicht für die Suche nach einem geeigneten Nachfolger. „Die Stadt wird den Betrieb nicht übernehmen können“, so Christoph, der daran erinnert, dass das Café vor Jahren bereits in einer finanziellen Notlage war – auch damals habe es breite Unterstützung aus der Öffentlichkeit gegeben, ohne dass die Stadt tätig werden musste.

„Wenn man sieht, dass es keine Lösung gibt, dann muss man sich politisch damit beschäftigen“, sagt Christoph. Dies sei aktuell aber noch nicht der Fall.