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Kaarst: Bildstock "Guter Hirte" hat einen Umzug hinter sich

Serie „Wegekreuze und Bildstöcke“ in Kaarst : Der „Gute Hirte“ hat einen Umzug hinter sich

Im Jahr 1747 wurde der Bildstock am heutigen Verkehrsübungsplatz aufgestellt, nun steht er in der Nähe des Friedhofs. Ein Blick auf seine Geschichte.

Auf dem Feldweg, der am Ende des Kaarster Friedhofs beginnt und Richtung Broicherdorf führt, steht auf einem großen Platz ein markanter Steinblock mit einem Kreuz und einem Mosaikbildnis in der Mitte. Dieser Barock-Bildstock stand früher an einer anderen Stelle, und zwar ungefähr dort, wo heute der Verkehrsübungsplatz an der Broicherseite zu finden ist. Die Eheleute Henricus und Maria Krauser hatten den Fußfall am 8. Mai 1747 als Gebetshäuschen errichten lassen, das als Anlaufstelle für Bitt- und Stoßgebete, als Kreuzwegstationen und für Flurprozessionen der ländlichen Bevölkerung diente. Über zwei Jahrhunderte blieb das Bauwerk erhalten, bis dass es in den 1960er Jahren der Auskiesung der Äcker zum Opfer fiel. Zwischenzeitlich wurde der Stein in der Burg Linn in Krefeld gelagert. Im Jahr 2012 wurde die Gebetsstätte am neuen Standort aufgestellt.

Der Bildstock wurde erstmalig im Jahr 1747 errichtet, wie aus der stark verwitterten Inschrift abzuleiten ist. Die ersten Zeilen sind noch relativ gut lesbar. Erkennbar sind die Namen Henricus Krauser und Maria Kräuzer und das Datum. Abbau und Zwischenlagerung führten dazu, dass nur noch wenige Originalsteine vorhanden sind. Dazu zählen der Dachstein, die Seitenteile und die Basis, der Rest wurde bei der Rückholaktion mit neuen Steinen ergänzt. In einer Hausung über der Inschrift ist ein Mosaikbildnis zu sehen, auf dem Jesus einen Hirtenstab in der Hand hält und ein Lamm auf seiner Schulter sitzt. In dem Gleichnis des guten Hirten sagt Jesus: „Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe“ (Johannes 10, 14). Die Matthiasbruderschaft Kaarst initiierte die Neuaufstellung, ein Steinmetz und ein Garten- und Landschaftsbauer sorgten für ein ansehnliches äußeres Erscheinungsbild des Fußfalls sowie des Platzes, auf dem nach Vorbild des historischen Standortes zwei Linden stehen.

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Neben dem Stein lädt eine Bank zum Verweilen ein, und der Platz wird gerne von Spaziergängern oder Fahrradfahrern für eine kurze Rast genutzt. Übrigens: An den Original-Steinen sind einige Schäden zu erkennen. Dort schärften die Landarbeiter früher nach dem Mittagsgebet oder einer Kaffee-Pause ihre Sensen, damit die Feldarbeit leichter von der Hand ging.