Kaarst: Besondere Tauffeier auf dem Kaarster See

Feier in Kaarst : Besondere Tauffeier am Kaarster See

23 Kinder und Jugendliche sowie ein Erwachsener ließen sich am Sonntagmorgen im kleinen Kaarster See taufen.

Die Morgensonne ließ Feuchtigkeit über den kleinen Kaarster See wabern, tauchte ihn in goldenes Licht und schuf so eine berührende Stimmung für die Aufnahme in die christliche Kirche: 23 Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 15 Jahren sowie ein Erwachsener ließen sich am Sonntagmorgen im See taufen. Als Täufer waren Maike Neumann, Annette Marianne Begemann und Martin Pilz von der evangelischen Kirchengemeinde in Kaarst sowie Kathrin Jabs-Wohlgemuth von der Christuskirchengemeinde in Neuss aktiv.

Zum dritten Mal wurde der alle zwei Jahre stattfindende Taufgottesdienst im Freien angeboten. Einen Eventcharakter sucht man allerdings vergebens. Die Tauffamilien und ihre Gäste saßen auf mitgebrachten Klappstühlen und Decken und feierten andächtig den Gottesdienst mit, der vom Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Neuss-Süd musikalisch begleitet wurde. Es breitete sich eine nahezu „biblische“ Stimmung aus, denn: „Jesus ist selbst als Erwachsener im Fluss Jordan getauft worden“, sagte Pfarrer Martin Pilz und hob die Bedeutung des Elements Wasser hervor. So wie Wasser im täglichen Leben unverzichtbar sei, schenke Gott den Menschen durch das Wasser der Taufe neues Leben. „Wir fühlen uns wie neugeboren“, sagte Pilz.

Wichtig war ihm auch die Gemeinschaftserfahrung dieser großen Taufgemeinde. Nachdem Täuflinge, Eltern, Paten und alle Anwesenden die Frage nach der Bereitschaft zur Taufe mit einem einhelligen und lauten „Ja“ beantwortet hatten, wurde es ernst: Die Pfarrer gingen im vollen Ornat mit ihren schwarzen Talaren – aber ohne Schuhe – bis zu den Knien ins Wasser und empfingen die Taufwilligen. Diese trugen überwiegend praktische Kleidung – kurze Kleider und Hosen, Paten und Eltern hatten entweder Capri-Hosen an oder krempelten die Hosenbeine hoch. „Ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ – bei diesen Worten schöpften die Pfarrer dreimal Wasser mit der hohlen Hand und gossen es behutsam über die Köpfe der Täuflinge.

Anschließend wurden die Taufkerzen angezündet und es gab eine Urkunde nebst einem kleinen Geschenk. Auch ein Einhorn kam zum Einsatz: Auf diesem Schwimmtier wurden die frisch getauften Zwillinge Alexis und Phil Gerhardt gemeinsam abgelegt, um den Segen von Pfarrerin Kathrin Jabs-Wohlgemuth zu empfangen. Zwischenfälle gab es keine – immerhin hatte das Wasser angenehme 23 Grad, wie Philip Hornby von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) erklärte.

Die DLRG war mit zwölf Helfern vor Ort und freute sich über die entspannte Atmosphäre. Auch die Täuflinge und ihre Familien strahlten nach der Zeremonie um die Wette. Dennis Wingelewski hielt als frisch gebackener Patenonkel den zweijährigen Johann im Arm. „Am See fand ich es schöner und lockerer als in der Kirche“, sagte er. Das bestätigte auch Melina (13), die mit ihrer Konfirmation bald schon das nächste Fest feiern wird.

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