Kaarst: Bauer Heinrich Müllers klagt Amprion an

Kaarster Landwirt klagt: „Der Konverter ist überflüssig“

Der Kaarster Landwirt Heinrich Müllers erklärt bei der Fahrt über die Felder, was sich ändern würde, falls der Konverter tatsächlich in Kaarst gebaut wird.

Davon wäre auch er selbst betroffen. Auf seinem Stück Land im Kaarster Norden würden dann zwei oder drei Masten errichtet, die den Strom nach Süden weiterleiten.

Doch eigentlich will Müllers nicht, dass der Konverter gebaut wird, ganz im Gegenteil. „Ich habe über 1800 Seiten über Amprion und den Konverter gesammelt. Der Konverter ist überflüssig“, sagt Müllers. Was er vor allem kritisiert, ist die Verzinsung. „Wo bekommt man eine Verzinsung von 9,05 Prozent, die auch noch staatlich abgesichert ist? Richtig, nirgends!“, sagt Müllers. Die Eigentümer der Landflächen, die Amprion beim Bau des Konverters kaufen müsste, erhalten alle eine unterschiedliche Verzinsung. „Je teurer das Land, desto weniger ist die Verzinsung“, sagt Müllers. Die Preise für Ackerland schnellen derzeit „unglaublich in die Höhe“, erklärt Müllers: „Und wer weiß schon, wie die Preise in zehn oder 20 Jahren aussehen? Dann sind sie mit Sicherheit um ein Vielfaches höher“, glaubt er.

Auf Nachfrage wehrt sich Amprion gegen die Vorwürfe des staatlich geprüften Landwirts aus dem Alten Dorf. „Das deutsche Regulierungsmodell will eine stabile und effiziente Kapitalstruktur für die Übertragungsnetzbetreiber sicherstellen, damit diese ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen können. Dazu erhält auch Amprion von seinen Anteilseignern Eigenkapital für die notwendigen Investitionen in den Netzausbau“, sagt Sprecherin Joelle Bouillon auf Anfrage. Ob der Konverter nun wirklich in Kaarst gebaut wird oder nicht, steht noch nicht fest. Derzeit favorisiert der Netzbetreiber eine Fläche in Osterath, die am besten für den Konverter geeignet sei.

(seeg)
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