Kaarst: Aus für den Sparkassen-Kalender

Wegen mangelnder Nachfrage : Aus für den Sparkassen-Kalender

Wegen mangelnder Nachfrage wird das seit Jahrzehnten währende Projekt, das stets mit einer Ausstellung verbunden war, eingestellt. 2019 sollen neue Wege gefunden werden, die Kaarster Künstlerschaft zu unterstützen.

Nach elf Jahren stand die Fotografin Gerlind Engelskirchen nicht mehr als Künstlersprecherin zur Verfügung, während Ursula Ringes-Schages weiterhin Künstlersprecherin bleibt. Als Nachfolgerin für Gerlind Engelskirchen wurde Maria Höveler gewählt. Außerdem wurde ein kleiner Arbeitskreis gebildet, der neue Projekte planen und umsetzen soll. Ein Projekt wird es nicht mehr geben: Der Sparkassen-Kalender ist Geschichte.

Stephan Meiser, Direktor Kommunikation bei der Sparkasse Neuss, erklärte: „Wir haben im Einvernehmen mit den Kaarster Künstlerinnen und Künstlern beschlossen, den Sparkassenkalender einzustellen.“ Das habe auch mit der Digitalisierung zu tun – Print-Kalender würden immer weniger nachgefragt werden. „Auch in anderen Branchen, wie zum Beispiel Apotheken, bleiben immer größere Stöße von Kalendern liegen“, sagte Stephan Meiser.

Aufgrund der mangelnden Nachfrage werde nach neuen Wegen gesucht, die Kaarster Künstlerschaft zu unterstützen. In 2019 werde es eine Neuorientierung geben. Das Aus für den Sparkassenkalender habe nichts mit Sparzwängen zu tun. Die Vorstellung dieses Kalenders, die in der Regel in der zweiten Novemberwoche erfolgte, war stets auch mit einer Ausstellung verbunden. Alle zwölf teilnehmenden Künstler stellten das von einer Jury ausgewählte Kalenderblatt vor und einige andere Arbeiten. „Diese November-Ausstellung in den Räumen der Sparkasse Neuss, Filiale Büttgen, wird es auch in diesem Jahr wieder geben“, kündigt Ursula Ringes-Schages an.

Beteiligen könnten sich alle, die schon einmal mit einer Arbeit in einem der Sparkassen-Kalender vertreten gewesen sind. Der kleine Arbeitskreis, in dem neue Ideen „ausgebrütet“ werden sollen, ist derzeit mit Gerlind Engelskirchen, Petra Groh, Horst Schuwerack, Trudi Sommer und Heike Plohs besetzt. Letztere ist zwar von Kaarst nach Korschenbroich-Schlich verzogen, nach den geltenden Statuten dürfen sich Mitglieder nach dem Wegzug in eine andere Stadt noch fünf Jahre lang an allen Aktionen beteiligen. Aus der Politik gehört Dagmar Treger, die frühere Kulturausschuss-Vorsitzende, dem Arbeitskreis an.

Zwei der Kaarster Künstler sind in diesem Jahr verstorben, nämlich Hans-Walter Gerresheim und Walter Urbach. Andere sind sehr betagt und nehmen an keinen Aktionen mehr teil. Eine dramatische Überalterung sieht Ursula Ringes-Schages nicht: „Wir haben mit Heike Plohs, Petra Groh, Dorothea Haase, Sabine Eich, Rolf Weiers und anderen schon auch jüngeren Mitglieder in den vergangenen Jahren gewinnen können.“ Gleichwohl seien die Kaarster Künstler an weiteren jüngeren Mitgliedern interessiert. Als Erfolg wertet Ringes-Schages die Tatsache, dass sich um die Teilnahme der Jahresausstellung der Kaarster Künstler fünf neue Leute beworben haben – zwei von ihnen durften in der Städtischen Galerie im Rathaus Büttgen erstmals ausstellen. Diese Jahresausstellung, die traditionsgemäß im November eröffnet wird, wird es auch in diesem Jahr wieder geben. Für 2019 ist nach 2015 wieder ein „Kunstsommer“ auf der Freifläche zwischen Rathaus und Maubiscenter geplant. Als Jury-Mitglieder haben die Kaarster Künstler die Kunsthistorikerin Ute Kaldune, den Neusser Künstler Ildefons Höing sowie Thomas Janzen von den Museen Krefeld vorgeschlagen.

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