Kaarst: Aufführung der Operette "Der Vogelhändler"

Oper im Park in Kaarst : Musikgenuss mit leckeren Häppchen

Unterm Sternenhimmel lauschten knapp 1000 Besucher im Stadtpark den Klängen der Operette „Der Vogelhändler“.

800 Jahre Stadt Kaarst, 1225 Jahre Büttgen, gefühlte 100 Grad, knapp 1000 Besucher und eine Oper to go – diese Zutaten ergaben am Freitagabend im Kaarster Stadtpark eine perfekte Mischung. Die Stadtjubiläen waren der Anlass zum zweiten Aufguss der „Oper im Park“ nach 2015 - aufgeführt wurde die Operette „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller, bearbeitet von Raphael D. Töne auf ein Espressoformat von neunzig Minuten konzentriert.

Die Besucher konzentrierten sich auf die Schattenplätze, die die sonnige Mitte der ausgedörrten braunen Rasenlandschaft umgaben. Und sie hatten alles an Picknickausrüstung mitgebracht, was Küche, Keller und Garagen hergaben. Niedergelassen auf Camping-, Garten- und Anglerstühlen und Bierzeltgarnituren oder ganz lässig auf Picknickdecken lauschten die Zuhörer entspannt den sehr ansprechenden Musikdarbietungen. Inge Trapp (84) war mit Tochter Heike gekommen. „Ich finde das ganze Ambiente toll“, sagte sie und ihre Tochter ergänzte: „Die Idee einer Opernaufführung im Park ist großartig und es ist eine wunderschöne Atmosphäre!“ Natürlich fehlte dabei das gemeinsame Essen und Trinken nicht, denn jeder hatte bestens vorgesorgt. Malte (6), Tammo (3) und ihre Eltern zeigten stolz den mit frisch belegten Brötchen und selbst gebackenen Apfelmuffins bestückten Picknickkorb und boten auch gleich davon an. Gerda Bertsch (78) und Freundin Irene Harenberg (80) verspeisten genüsslich Ananas- und Käsewürfel. Sekt und Selters gab es auch. „Ich wünsche mir mehr solche Veranstaltungen in dieser Anlage“, meinte Irene Harenberg. Einen Platz in der Sonne hatten Monika und Karl-Heinz Hillesheimer und ihre Freunde Birgit und Sascha Houben gewählt: „Um den braucht man nicht zu kämpfen“ erklärten sie mit Schmunzeln und ließen sich Melonen, Tomaten, Oliven, Salami, Baguette und Bier schmecken.

Wer Nachschub brauchte, konnte einem Eismobil, der Suppenküche „Paul kocht“ oder dem Kaffee Tüt-Tüt einen Besuch abstatten. Der Flugzeuglärm wurde durch wunderschöne Musik und ausgezeichnete Verstärkungstechnik vollkommen übertönt. Die aus Büttgen stammende Sopranistin Désirée Brodka hatte nicht nur die Hauptrolle der Christel inne, sondern führte auch mit Zwischentexten durch die Geschichte vom Vogelhändler Adam, der Christel erst nach einigen Irrungen und Wirrungen zum Traualtar führen kann.

Die Künstler traten sowohl gesanglich wie schauspielerisch überzeugend auf. Bei den Männern stach besonders die akzentuierte Aussprache hervor. Das Streichquartett mit zwei Violinen, Viola und Bratsche begleitete die Akteure gleichsam sicher und tänzerisch. Das Publikum applaudierte am Schluss begeistert und wurde mit einer Zugabe belohnt. Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus war ebenfalls hochzufrieden mit der gesamten Veranstaltung „bei herrlichem Sonnenschein und in südländischer Atmosphäre“. Auch das Deutsche Rote Kreuz hatte wenig zu tun: Lediglich ein Wespenstich musste behandelt werden.

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