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Kaarst: Arno-Moritz Thienelt fordert "sinnvolle Veränderungen"

Forderungen in Holzbüttgen : Familie spricht über Pläne zur Alten Likörfabrik

In die neue Diskussion um die alte Likörfabrik in Holzbüttgen hat sich nun auch der Eigentümer eingeschaltet. Arno-Moritz Thienelt wirft der Politik falsche Behauptungen vor.

In die neue Diskussion um die alte Likörfabrik in Holzbüttgen hat sich nun auch der Eigentümer eingeschaltet. Arno-Moritz Thienelt wirft der Politik falsche Behauptungen vor. „Von einem Angebot ist mir nichts bekannt“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Grünen hatten in der vergangenen Woche erklärt, dass Thienelt seit Jahren ein Angebot für eine Nachfolgenutzung des Areals vorliege, auf das bislang nicht eingegangen wurde. „Diese Behauptung ist falsch“, sagt Thienelt nun. Richtig sei vielmehr, dass die bislang von der Verwaltung angedachten Nutzungsänderungen „völlig unrealistisch“ seien. „Zu diesem Ergebnis kam eine Machbarkeitsstudie von einem von der Stadt Kaarst selbst vorgeschlagenen Gewerbe- und Industrie-Planungsunternehmen“, erklärt Thienelt.

Die Auffassung der CDU, dass Gewerbegebiete auch Gewerbegebiete bleiben sollen, teilt Thienelt nicht. „Die Gegend ist eine 30er Zone, die Durchfahrt für Lkw mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen ist verboten. Ich frage mich, wie dort ein Gewerbegebiet entstehen soll“, sagt der Eigentümer: „Die Politiker sollen gestalten und nicht verwalten.“ In den 1950er Jahren hatte Thienelts Vater in Holzbüttgen ein Grundstück erworben. Damals gehörte das Gelände noch zu der Gemeinde Büttgen. Rundherum seien schon damals Wohnhäuser entstanden. Durch die extreme Zunahme des Autoverkehrs seien mittlerweile die Straßen zugeparkt. „Entweder trifft man Maßnahmen wie ein Parkverbot, um dort neues Gewerbe möglich zu machen, oder man verändert das Gelände“, sagt Thienelt. Zumindest im Bereich der Waldenburger Straße sollte der Bebauungsplan so geändert werden, dass dort Wohnbebauung möglich ist. „Die Anwohner wären auch nicht glücklich, wenn dort neues Gewerbe hinkommt“, vermutet er. Die Kommunalpolitik müsse sich im Klaren darüber sein, dass dieser Standort nicht mehr den heutigen Anforderungen eines Gewerbegebiets entspräche. „Der uralte Bebauungsplan bedarf einer Aktualisierung, auch im Interesse der Bürger“, sagt Thienelt. Auch, weil überall dringend Wohnraum benötigt werde. „Hier liegt die Aufgabe der Politik, sinnvolle Veränderungen zu schaffen und nicht auf unrealistischen, veralteten Forderungen zu beharren“, so der 86-Jährige weiter.

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Seit nunmehr 24 Jahren wird versucht, eine Lösung für das Areal zu finden. „Ich habe schon viele Bürgermeister hinter mir“, sagt Thienelt. Bereits vier Jahre vor dem Bau der Fabrikhalle 1961 begann die Likörproduktion in Holzbüttgen, das Unternehmen beschäftigte damals rund 120 Mitarbeiter. Auch heute bekommen einige ehemalige Mitarbeiter nach Angaben von Thienelt noch ihre Pension ausgezahlt.