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Kaarst: Arbeitsgruppe will nur eine Gedenktafel am Kriegerdenkmal

Initiative in Kaarst : Arbeitsgruppe will nur eine Gedenktafel

Die Kaarster Weltkriegsopfer sollen nach Ansicht der Arbeitsgruppe alle auf einer Gedenktafel verewigt werden.

Fünf Jahre hat eine Arbeitsgruppe um Hans Hüsen, Peter Brinkmann (früherer Archivar der Stadt Kaarst, mittlerweile verstorben), Ina Bolten-Kraft, Heinrich Leßmann, Vera Nießen, Hans Welter und Sven Woelke (Archivar) eine Liste mit allen Kaarster Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges zusammengestellt. Diese Liste umfasst 173 Namen von Gefallenen, Vermissten, und in der Heimat getöteten Personen. Im Herbst 2018 übergab die „Arbeitsgruppe Kriegstote“ die Liste an die Kaarster Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus. Ihr Wunsch: Die Platte am Kriegerdenkmal sollte mit den ermittelten Namen ergänzt werden, weil dort Namen fehlten, falsch oder doppelt genannt wurden.

Die Platte am Kriegerdenkmal wurde vor 25 Jahren mit rund 95 Namen an die heutige Stelle gelegt. Damals hatte Hans Hüsen die Namen kontrolliert – und gemerkt, dass Namen fehlen. Die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Kaarst erklärte damals, der Sache nach zu gehen, doch daraus wurde nichts, wie Hüsen heute sagt. 2013 wandte sich dann ein Bürger namens Peter Schmitz an den damaligen Bürgermeister Franz-Josef Moormann und erklärte ihm, dass die Platte unvollständig sei. Daraufhin wurde die Arbeitsgruppe gebildet. „Nach den fünf Jahren waren wir zu 99,9 Prozent fertig und haben die Liste übergeben“, sagt Hans Hüsen. Diese liegt öffentlich im Rathaus aus und kann von jedem Bürger eingesehen werden.

Nun liegt ein Bürgerantrag von Josef Johnen vor, der mit Unterstützung der CDU eine eigene Stele für die zivilen Kriegsopfer auf dem Friedhof errichten möchte. Davon hält Hans Hüsen jedoch nichts. „Die Platte soll für alle Toten am Kriegerdenkmal erweitert werden“, fordert Hans Hüsen: „Die Namen gehören da hin.“ Denn die Namen zweier ziviler Opfer würden ohnehin schon auf der Platte stehen: Peter Meyer und Sibille Knodt. „Die Forderung einer eigenen Stele für die zivilen Opfer ist widersinnig“, stellt Hüsen klar. Das würde nicht nur er so sehen, sondern auch die anderen Mitglieder seiner „Arbeitsgruppe“, sagt Hüsen: „Unsere Arbeit soll durch diese Stele zerstört werden. Das ist nicht richtig.“ Ob die fehlenden Namen auf die vorhandene Platte geschrieben werden oder eine neue Platte hergestellt wird, ist Hüsen dabei egal. Hauptsache, alle Opfer werden an einer Stelle verewigt.

Hüsen hatte sowohl Vertreter der CDU als auch der SPD bei sich zu Gast und erzählte ihnen seine Version der Geschichte. Während die CDU eine eigene Stele errichten möchte, erhält Hüsen Unterstützung von der SPD. Die Diskussionen um die Opfer, die eine Nazi-Vergangenheit haben und noch geprüft werden, sind Hüsen egal: „Es sollten alle Opfer auf die Tafel“, sagt der 90-Jährige.

(seeg)