Kaarster Unternehmer gründen Arbeitsgemeinschaft Unterstützung für Seniorenheim wächst

Kaarst · Eine Gruppe von Unternehmern hat sich zusammengeschlossen, um das Projekt am „Dreeskamp“ zu forcieren.

 Unternehmer Dietmar Weyers, Christian Bremer, Axel Thurner, Torsten Uhlig und Ricardo Lehmann (v.l.).

Unternehmer Dietmar Weyers, Christian Bremer, Axel Thurner, Torsten Uhlig und Ricardo Lehmann (v.l.).

Foto: Axel Thomae

Kaarst braucht in den kommenden Jahren dringend ein neues Seniorenheim. Das belegen die Zahlen des Rhein-Kreises: Die Auslastung der stationären Pflegeeinrichtungen in Kaarst liegt bei 100 Prozent. CDU und FDP haben diese Zahlen zum Anlass genommen, um im Sozialausschuss im Juni einen Antrag zu stellen, das geplante Objekt am „Dreeskamp“ nun endlich auf den Weg zu bringen.

Nun hat sich eine Gruppe von Kaarster Unternehmern zusammengeschlossen, um dieses Projekt zu forcieren. Die „Arbeitsgemeinschaft Pflegestützpunkt Kaarst“ besteht aus fünf Unternehmern und will die Initiative unterstützen. Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, die „unterschiedlichen Anforderungen und Vorstellungen der Investoren und Betreiber sowie die Ausschreibe- und Vergabekriterien zu analysieren und konkretisieren“.

„Bereits an vielen Standorten im Umkreis waren Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft an der Planung und Realisierung derartiger Projekte beteiligt. Wir sind daher überzeugt, dass wir ein solches Projekt als Kaarster hier in Kaarst gemeinsam mit Rat und Verwaltung realisieren können“, sagt Mitinitiator Torsten Uhlig. Axel Thurner ergänzt: „Der Standort am Dreeskamp eignet sich ideal dafür, die Vorgaben des ,Handlungskonzeptes Wohnen’ endlich in die Tat umzusetzen. Es darf hier keinen Schnellschuss für eine 08/15-Planung aufgrund fehlender Alternativen geben.“ Bei CDU und FDP stößt die neue Arbeitsgemeinschaft auf Wohlwollen. „Es ist schön, dass sich Menschen aus der Deckung wagen“, sagt Günter Kopp (FDP). Lars Christoph (CDU) meint: „Es zeigt, dass das Projekt auf Interesse stößt und wir auf dem richtigen Weg sind.“ Was jetzt noch fehlt, ist eine Bedarfsfeststellung für Pflegeplätze des Kreises. Erst dann kann der Kreis die Ausschreibung für einen Betreiber starten. Hat er einen gefunden, ist die Stadt mit der Suche nach einem Investor dran. Und dabei will die Arbeitsgemeinschaft helfen.

Wie die SPD zu den Plänen für den Standort Dreeskamp steht, hat Anneli Palmen in der letzten Ratssitzung klargemacht. In einer Stellungnahme, die unserer Redaktion vorliegt, erklärt sie: „Niemand muss sich durch den von mir zugespitzten Begriff Senioren-Ghetto getroffen fühlen.“ Die SPD Kaarst sei gegen Segregation. „Daher setzen wir uns selbstverständlich auch dafür ein, dass Senioren – zu denen ich mich mit 60 Jahren auch zähle – in Quartieren leben können zusammen mit jungen Familien, Alleinstehenden, Reichen und weniger vermögenden Haushalten“, heißt es. Daher habe sich die SPD am Standort Dreeskamp für eine „Alternative Wohnform“ eingesetzt. „Fakt ist, wir Alten wollen so lange wie möglich selbstbestimmt in unseren eigenen vier Wänden zusammen in einem Umfeld mit jungen Menschen leben“, schreibt Palmen. Seniorenzentren seien für die Finanzierung von Pflege interessant, für die meisten aber nicht „das Maß der Dinge“.