Kaarst: Anwohnerin klagt über Raser "Am Duffes-Pohl"

Anwohner vom „Am Duffes-Pohl“ in Holzbüttgen : Klage über Raser und zu enge Straße

Eine Anwohnerin der Straße „Am Duffes-Pohl“ klagt über überhöhte Geschwindigkeiten und unachtsame Autofahrer. Vor allem die aus Vorst kommenden Pkw sind ihr ein Dorn im Auge. Die Stadt will ihr Anliegen prüfen.

Heike Rößler machte ihrem Unmut bei Facebook Luft. „Liebe Holzbüttger, Vorster, Driescher, Kaarster: Ich wäre allen wirklich mehr als dankbar, wenn die Straße Am Duffes-Pohl von den Autofahrern nicht mehr als Rennstrecke und der Bürgersteig nicht als Fahrbahn benutzt wird“, schrieb die Anwohnerin Anfang des Jahres in dem sozialen Netzwerk. „Langsam wird es richtig lebensgefährlich. Hier wohnen Kinder und auch ältere Herrschaften, die es vielleicht irgendwann nicht mehr rechtzeitig schaffen, sich in Sicherheit zu bringen“, schreibt sie in dem Beitrag weiter.

Auf Nachfrage unserer Redaktion vertieft sie ihren Ärger über die Autofahrer auf ihrer Straße und sagt, dass die Straße eigentlich eine komplette Fehlplanung ist. „Durch die parkenden Autos ist es hier viel zu eng“, sagt Rößler. Ihr seien schon einige Außenspiegel abgefahren worden. Die Autos, die aus Kaarst kommend nach Vorst unterwegs sind, haben keine Möglichkeit, in eine Lücke auszuweichen, weil es durch die Pkw am Straßenrand einfach keine gibt, meint Rößler. Hinzu kommt, dass die Autofahrer, die aus Vorst kommen und Richtung Kaarst unterwegs sind, „einfach draufhalten“.

Doch wie kann man das Problem aus der Welt schaffen? Rößlers Idee, eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 auf 30 Stundenkilometer einzuführen, erteilt Stadtsprecher Peter Böttner direkt eine Absage. „Diese Straße gehört zum sogenannten Vorbehaltsnetz. Der Stadtrat hat im Jahr 1991 festgelegt, welche Straßen für den Durchgangsverkehr benutzt werden, und der Duffes-Pohl gehört dazu. Aufgrund des Busverkehrs ist es nicht denkbar, dass der Rat eine neue Entscheidung trifft“, sagt er. Auch Rößlers zweite Idee, das Parkproblem mit Parkausweisen nur für Anwohner in den Griff zu bekommen, hat wenig Aussicht auf Erfolg. „Bei uns vor der Haustür ist der Bürgersteig so schmal, da passt gerade einmal ein Kinderwagen drauf. Und da fährt der Bus drüber. Das sind Sachen, die gehen einfach nicht“, sagt Rößler. Böttner entgegnet: „Anwohner-Parkausweise sind in der Straßenverkehrsordnung ganz klar geregelt. Dort steht, an welchen Stellen das möglich ist. Und zwar an dicht besiedelten Straßen. Am Duffes-Pohl gibt es genügend Stellplätze vor den Häusern und zusätzlich Garagen“, sagt Böttner.

Rößlers dritte Idee, auf ihrer Straße öfters Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen, hält Böttner durchaus für realistisch. Zwar könne die Stadt nicht selbst kontrollieren, weil sie sich keinen eigenen Radarwagen anschaffen darf. Allerdings könne sie der Polizei Hinweise geben. „Wir werden in den kommenden Wochen selbst die Geschwindigkeit am Duffes-Pohl messen. Stellen wir fest, dass sie oft über den erlaubten 50 km/h liegt, geben wir der Polizei einen Hinweis, dass sie dort öfters blitzen sollte“, sagt Böttner. Der Stadtsprecher gibt zwar zu, dass die Straße ziemlich eng ist, erklärt aber gleichzeitig, dass keine bauliche Maßnahme geplant sei. Aber er verspricht: „Wir schauen uns die Situation vor Ort noch einmal genau an.“