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Kaarst: Anwohner fühlen sich von Fluglärm gestört

50 Prozent mehr Flüge als 2019 : Anwohner klagen über zunehmenden Fluglärm

Es waren ruhige Monate. Während des ersten und zweiten Lockdowns im Laufe des vergangenen Jahres hat auch der Flugverkehr abgenommen. Doch damit ist jetzt Schluss, täglich wird der Lärm wieder mehr.

  Zwar hat er noch nicht ganz das Vor-Corona-Niveau erreicht, aber bis dahin dauert es nicht mehr lange. Für den Monat Juli hatte Thomas Schnalke, Vorsitzender der Geschäftsführung des Düsseldorfer Flughafens, zu Beginn der Sommerferien erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder mit mehr als einer Million Passagiere gerechnet.

Pünktlich zu den Sommerferien hatte der Flughafen zusätzliches Servicepersonal eingestellt und die Öffnungszeiten erweitert. Und das spüren die umliegenden Kommunen nun, auch über Kaarst sind immer mehr Flugbewegungen zu verzeichnen. Viele Anwohner, die sich an die Ruhe gewöhnt hatten, fühlen sich durch den Fluglärm gestört – obwohl die Flugbewegungen im Vergleich zu 2019 um die Hälfte zurückgegangen sind. „Vergangenes Jahr um diese Zeit war es schon ein bisschen schöner. Ich konnte mich am Wochenende nicht einmal mit meinem Nachbarn im Garten unterhalten, jede Minute kam ein Flieger“, erklärt Uwe Schmitz aus Holzbüttgen: „Man könnte auch mal Flüge nach Köln, Dortmund oder sonstige, nicht ausgelastete Flughäfen abgeben, vor allem die Billigflüge.“

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Werner Kindsmüller, Sprecher des Vereins „Kaarster gegen Fluglärm“, hat die Zunahme der Flugbewegungen gerade in den Abendstunden auch wahrgenommen. „Vor zwei Jahren hatten wir zur gleichen Zeit 50 Prozent mehr Flugbewegungen pro Tag. Das zeigt, dass sich die Menschen in den vergangenen Monaten an die Ruhe am Himmel gewöhnt haben“, sagt Kindsmüller. Und: Der Flughafen hält an seinem Ziel der Kapazitätserweiterung fest. „Ich bin konsterniert, dass der Flughafen dieses Ziel nicht aufgibt“, so Kindsmüller.