Kaarst: Amprion sieht Felle davonschwimmen - ein Kommentar

Kommentar : Amprion sieht Felle davonschwimmen

Landrat, Politik, Konvertergegner – sie alle waren ob des Bauantrags für den Doppelkonverter auf der Fläche in Osterath, der am Freitagmorgen bei Landrat Hans-Jürgen Petrauschke auf dem Schreibtisch landete, überrascht, ja teilweise schon sauer.

Zurecht, denn Amprion hatte bislang immer betont, die Entscheidung der Bundesnetzagentur über einen geeigneten Konverterstandort abzuwarten. Diese würde eine Beteiligung der Behörden sowie der Öffentlichkeit beinhalten. Nun aber hat Amprion auf eigene Faust plötzlich und unerwartet die Strategie gewechselt und versucht, über den Rhein-Kreis eine Genehmigung für den Bau des umstrittenen Konverters zu erreichen. Das ist zwar rechtlich in Ordnung, aber es spricht nicht gerade für eine gelungene Kommunikation, den Antrag ohne Ankündigung beim Kreis einzureichen. Nun liegt die Entscheidung über den Bau in Osterath beim Rhein-Kreis Neuss. Glückwunsch, Amprion! Denn so wurde der von den Konverter-Gegnern so beschrieben „Schwarze Peter“ an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke übergeben. Und das alles nur, weil Amprion unter Zeitdruck gerät. Denn wenn der Bau nicht bis 2024 fertig ist, gerät das gesamte Ultranet-Projekt in Verzug. Und Verzug kostet Geld. Vom Konverter kann jeder halten, was er will. Was aber gar nicht geht, ist ein unangekündigter, unkollegialer Wechsel der Verfahrensstrategie.

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