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Kaarst: Alarm-Pieper verjagt Angreifer an der Flachsbleihe

Silvester-Einsatz in Kaarst : Alarm-Pieper verjagt Angreifer

Ein Paar soll in der Silvesternacht angegriffen worden sein. Ein schriller Ton verhinderte Schlimmeres.

Sie hat den Schock noch nicht verarbeitet. Momentan wechselt die 61 Jahre alte Kaarsterin, die namentlich nicht genannt werden möchte, zwischen dem Schrecken über das, was passierte, und der Erleichterung darüber, dass es ihr und ihrem Ehemann nicht schlimmer ergangen ist. Doch was geschah? Ihren Schilderungen zufolge feierte das Paar im Haus Broicherdorf ins neue Jahr. Nach 1.30 Uhr machten sich die beiden auf den Weg nach Hause. „Ein junger Mann, der einige Meter vor uns ging, drehte sich plötzlich um und lief auf uns zu“, erinnert sich die 61-Jährige und führt aus: „Dann hat er uns beide umgehauen.“

Die beiden Kaarster gehen auf der Straße „Flachsbleiche“ zu Boden und landen im Vorgarten eines Einfamilienhauses. „Bitte nicht treten“, habe ihr Mann dem Täter noch zugerufen. „Er trägt einen Herzschrittmacher“, sagte die Kaarsterin unserer Redaktion. Sie habe sich mit Schmerzen in der Hüfte noch aufraffen können, um an dem Wohnhaus zu klingeln und Hilfe zu holen. Es habe aber niemand geöffnet. Plötzlich sei eine Mädchengruppe auf das Ehepaar zugekommen und habe es bedroht. „Ich hatte den Eindruck, dass sie uns berauben wollten“, sagt die 61-Jährige. Daraufhin holte sie einen sogenannten Taschenalarm hervor, den sie stets bei sich trägt. Nur Sekunden später ergriffen die Angreifer die Flucht. Bei einem Taschenalarm, regelmäßig auch als Schrillalarm bezeichnet, handelt es sich um ein kleines, handliches Gerät, das bei Betätigung einen ohrenbetäubenden Ton von sich gibt.

Polizeisprecherin Daniela Dässel bestätigt auf Nachfrage unserer Redaktion einen Einsatz in jener Nacht an der Flachsbleiche. Eine „größere Anzahl von Personen“ habe sich dort gestritten. „Mehre Streifenwagen sind ausgerückt“, sagt Dässel. Die betreffenden Personen hätten sich bei Eintreffen der Beamten aber bereits in umliegende Häuser entfernt. Eine stark alkoholisierte weibliche Person musste von Rettungskräften betreut werden.

Nach Angaben des 61 Jahre alten Opfers habe der Angreifer dunkle Haare gehabt, eine helle Jacke getragen und sei circa 1,70 Meter groß gewesen. Schwer verletzt wurden weder ihr Mann noch sie. „Aber die rechte Seite meiner Hüfte ist blau und mein Mann hat Schmerzen in der Schulter“, sagt die Kaarsterin, die angibt, aufgrund des Schocks noch keine Anzeige gegen Unbekannt erstattet zu haben.