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Kaarst: 360 Jahre alte Urkunde nach Restaurierung zurück im Archiv

Schriftstück belegt Immobilienverkauf : 360 Jahre alte Urkunde nach Restaurierung zurück im Archiv

Sie ist die einzige Pergamenturkunde, die im Kaarster Stadtarchiv verwahrt wird. Und sie bezeugt den Verkauf des Weckenhofes im Jahr 1661. Nun ist die Urkunde aus der Restaurierungswerkstatt des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) ins Stadtarchiv zurückgekehrt.

„Das ist ein Stück Kaarster Stadtgeschichte. Durch die Restaurierung können wir die Urkunde zugänglich machen und sie dadurch besser für die Nachwelt erhalten“, sagte Bürgermeisterin Ursula Baum.

Im Zuge der Restaurierung wurde die Urkunde gereinigt, von Rissen befreit und in einem maßgefertigten Archivkarton montiert. Darüber hinaus wurden die anhängten Wachssiegel gereinigt und befestigt.

Die Urkunde aus dem Jahre 1661 gibt in vielen Worten ein im Grundsatz einfaches Immobiliengeschäft wieder: den Verkauf des Weckenhofes. Der Weckenhof war einer der ältesten Kaarster Höfe. Mit seinem Besitz war das Mühlrecht in Kaarst verbunden. Infolge des Nordkanal-Baus trocknete der dortige Wasserlauf aus. Der damalige Hofbesitzer und Kaarster Bürgermeister ließ daraufhin eine neue Mühle an der heutigen Büdericher Straße errichten. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Weckenhof großenteils zerstört. Durch die Restaurierung ist die Handschrift der 360 Jahre alten Verkaufsurkunde wieder zu entziffern.

Die Urkunde beginnt mit den Worten: „Gerhard Rensing, dero Rechten Doctor, Vogtt zue Liedtberg, Henrich Binger, Dieterich Bendt und Johann Zeuers, vort wir sämpttliche Scheffen des Gerichts- und Dingstuels Karst vorgemelten Ampts Thuen Kundt, zeugen und bekennen hiemit öffentlich vor jedermänniglichen.“

Das Stadtarchiv verdankt die Urkunde dem Nachlass des Heimatforschers Andreas Pfeiffer, der in den 1960er Jahren zahlreiche heimatkundliche Beiträge in den Kaarster Mitteilungen verfasst hat. „Die Unterlagen aus dem Nachlass Pfeiffer werden in diesem Jahr restauriert, erschlossen und digitalisiert. Danach stehen sie allen Geschichtsinteressierten zur Einsichtnahme im Stadtarchiv zur Verfügung“, sagt Archivar Sven Woelke.

(NGZ)