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Kaarst: Junge Union sucht politische Talente

Kaarst : Junge Union sucht politische Talente

Um das kommunalpolitische Geschehen in Kaarst künftig stärker mitgestalten zu können, hat die größte politische Nachwuchsorganisation der Stadt ihre innere Struktur überdacht und Aufgaben verteilt. Profitieren könnte die CDU: Sie braucht junge, engagierte Mitglieder.

Die letzten öffentlich dokumentierten Forderungen sind genau ein Jahr alt. Im Januar 2011 gab die Junge Union (JU) Kaarst der CDU-Fraktion drei konkrete Anregungen für die Haushaltsberatungen mit auf den Weg — das Neubaugebiet Haindörnchen und den inzwischen gebauten Spielplatz, das Thema "Streetworker" und die Auflösung der Artothek betreffend. Seither haben die Kaarster von der größten politischen Nachwuchsorganisation ihrer Stadt nicht mehr viel gehört. Das soll sich ändern. Auf ihrer Klausurtagung am vergangenen Wochenende hat sich die JU Kaarst für das Jahr 2012 neu aufgestellt.

Zentrales Thema des zweitägigen Treffens, heißt es, sei die innere Struktur der Gruppe gewesen. "Wir haben einige aktive junge Leute, die noch nicht viel Erfahrung in der politischen Arbeit gesammelt haben", sagt JU-Vorsitzender Christian Götzen. Deshalb riefen sich die Teilnehmer zunächst in Erinnerung, wofür die Junge Union Kaarst überhaupt steht: "Wir vertreten die Interessen der Jugendlichen auf politischer Ebene und bieten politische Weiterbildung. Geselligkeit und neue Freundschaften besitzen aber einen genauso hohen Stellenwert", so Götzen.

"Alles zusammen", ergänzt seine Stellvertreterin Miriam Faust, "schafft die richtige Motivation für eine effiziente und erfolgreiche Arbeit." Die Erwartungen an den christdemokratischen Nachwuchs sind jedenfalls hoch, auch, weil die "alternde" CDU in Kaarst — wie alle Parteien — dringend mehr junge, engagierte Mitglieder braucht. 2014 stehen die nächsten Kommunalwahlen an.

Und rein rechnerisch stehen die Chancen, dass sich in den Reihen der JU Kaarst neue politische Talente finden, tatsächlich nicht schlecht. Mit mehr als 450 Mitgliedern ist der Stadtverband nicht nur die stärkste politische Nachwuchsorganisation in Kaarst, sondern auch auf Kreisebene. Zum Vergleich: Die Junge Union in Neuss hat circa 370 Mitglieder. "Das", sagt Götzen, "ist ein Netzwerk, das es zu nutzen und zu pflegen gilt."

Um das kommunalpolitische Geschehen in Kaarst künftig auf einer breiten Basis beobachten und mitgestalten zu können, hätten sich nicht nur Vorstandsmitglieder bereiterklärt, jugendrelevante Bereiche wie Schule, Jugendhilfe, Sport und Planung federführend zu betreuen, sagt die JU. "In erster Linie sollen sie die öffentliche Diskussion verfolgen und einfach die Augen und Ohren offen halten", erklärt Miriam Faust.

Bei regelmäßigen Sitzungen berichteten sie dann über Aktuelles aus in ihren Bereichen, um dann ein Meinungsbild dazu abzufragen und gegebenenfalls ein weiteres Vorgehen vorzubereiten. Denn: "Am besten lernt man in der Praxis, wie Kommunalpolitik funktioniert, und nicht durch einen Frontalvortrag", sagt die 17-Jährige.

(NGZ/rl)