1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Junge Frau in Saunaclub mit Messer verletzt

Kaarst : Junge Frau in Saunaclub mit Messer verletzt

Wegen Erpressung, Körperverletzung, Bedrohung und eines Überfalls steht eine 60 Jahre alte frühere Angestellte vor dem Landgericht.

Fleißig hatte eine 60-jährige Frau in einem Sauna-Club in Kaarst mitgearbeitet. Doch als sie nach einem Streit vor die Tür gesetzt wurde, soll sie ab März 2010 mit einem 33 Jahre alten Bekannten eine Reihe schwerer Straftaten gegen den Club-Betreiber und dessen schwangere Verlobte geplant und begangen haben. Das wirft die Staatsanwaltschaft der Kaarsterin und ihrem Mitangeklagten, einem 33 Jahre alten Neusser, vor dem Düsseldorfer Landgericht vor. Gestern begann der Prozess, für den fünf Verhandlungstage eingeplant sind. Beide Verdächtige gaben sich aber ahnungslos und beteuerten, sie hätten mit den Taten nichts zu tun.

Gemeinschaftliche, gefährliche Körperverletzung, Erpressung, versuchte Erpressung sowie ein angeblich bewaffneter Raubüberfall auf den mitten in einem Kaarster Wohngebiet liegenden Sauna-Club, bei dem die Täter allerdings ohne Beute abziehen mussten: Das sind die Anklagepunkte gegen das ungleiche Duo, das zu alledem aber nur mit den Schultern zuckte. Schon bei Verlesung der Anklage schüttelte die 60-Jährige immer wieder ungläubig den Kopf, gab sich ahnungslos. Dabei haben der Club-Chef und dessen Verlobte bei der Polizei schwere und detaillierte Vorwürfe gegen die ehemalige Mitarbeiterin erhoben.

Weil die 60-Jährige nach ihrem Rausschmiss wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei Abrechnungen mehrfach und unberechtigt noch Geld von dem Club-Chef gefordert habe, bekam sie zuletzt sogar Hausverbot. Aus Rache soll sie den Mitangeklagten dann mit einem Messer losgeschickt haben, um die Verlobte des Chefs zu bedrohen. Der 33-Jährige, so heißt es in der Anklage, habe der jungen Frau aber direkt einen Stich in den Bauch versetzt — angeblich mit einem "Gruß" der 60-Jährigen.

Nach dieser Messerattacke soll das Opfer dann aus Angst tatsächlich 1000 Euro an die Angeklagte gezahlt haben. Doch laut Staatsanwaltschaft war der Streit damit noch lange nicht erledigt. Ende 2011 soll die inzwischen schwangere Verlobte des Chefs erneut bedroht worden sein — diesmal von drei Männern, die den Club überfielen. Einer davon soll wieder der 33-jährige Mitangeklagte gewesen sein. Bewaffnet haben die Täter laut Anklage die Schwangere sogar mit dem Tod bedroht, wenn sie kein Bargeld für die 60-Jährige herausgebe. Die Schwangere wehrte sich aber und drohte, die Polizei zu rufen. Alle drei Männer seien daraufhin ohne Beute geflüchtet.

Die angeklagte Frau bestätigte gestern lediglich, dass sie noch Geld von dem Sauna-Chef zu bekommen habe. "Zu den Vorfällen aus der Anklage kann sie aber nichts sagen, weil sie damit nichts zu tun hat", so ihr Verteidiger. Ähnlich unbedarft gab sich auch ihr Mitangeklagter. Das Gericht geht davon aus, dass nach Anhörung sämtlicher Zeugen frühestens Ende Juli mit einem Urteil zu rechnen ist.

(NGZ)