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Kaarst: Jugendzentrum soll bis 22 Uhr öffnen

Kaarst : Jugendzentrum soll bis 22 Uhr öffnen

Ein transparentes Verfahren bei der Planung des neuen Jugendzentrums in Vorst erfordert auch die Beteiligung der Zielgruppe. Eine Fragebogenaktion sollte Aufschluss über ihre Meinung und Bedürfnisse bringen. Die Stadt Kaarst und die Beteiligten der Offenen Jugendarbeit brachten insgesamt 1000 Fragebögen in Umlauf, 447 kamen beantwortet zurück.

"Dafür, dass wir sie erst wenige Tage vor den Ferien an den Schulen verteilen konnten, ist das eine gute Resonanz", sagt Martina Bläser vom Bereich Jugend und Familie. Die Ergebnisse wurden jetzt im Jugendhilfeausschuss (JHA) vorgestellt.

Die Öffnungszeiten der Einrichtung sollten vom späteren Nachmittag bis 22 Uhr reichen. Die Standortfrage ist für die Jugend nur eine von vielen, nicht die alles entscheidende. Grundsätzlich favorisiert sie die neue Ortsmitte - aber ohne dass die Schützenwiese davon betroffen würde, betonen die älteren Jugendlichen. Und dass im Bürgerpark noch genug Platz zum Fußballspielen ist, fordern die jüngeren. Manche Kinder wollen "bloß nicht" eine weitere Baustelle auf dem Gelände der Grundschule Vorst, andere wiederum fänden es dort nicht schlecht, vorausgesetzt sie dürften die Turnhalle mitbenutzen.

Der neunjährige Grundschüler beteiligte sich an der Befragung ebenso wie der 17 Jahre alte Gymnasiast, den Kern bildete die Altersgruppe zwischen elf und 14 Jahre. Einbezogen wurden alle Stadtteile, 81 Antworten kamen von Jugendlichen aus Vorst. "Wichtig sind ihnen Medienangebote wie Internet und Sky-Fernsehen. Bei der Einrichtung wurden neben dem üblichen Billardtisch und Kicker häufig eine Sitzecke und eine Terrasse genannt", so Bläser. Angebote für Sport und in den Ferien seien gewünscht, und die Möglichkeit, sich in der Einrichtung selbst verpflegen zu können.

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"Seit wir die neue Ortsmitte haben, bringen sich die Jugendlichen oft eine Tiefkühlpizza von Rewe mit und backen sie sich bei uns auf", berichtet Martin Schlüter vom Jugendtreff "Teapot". Der Pädagoge führte mit 21 Besuchern dort persönlich kleine Interviews zum Thema. "Mit steigendem Alter wurde mir auch der Wunsch nach Beratungsangeboten zu Ausbildung und Studium häufig geäußert", sagt er. Dies deckt sich mit einer speziellen Auswertung der gesamten Befragung in der Altersgruppe über 14 Jahre. "Es beschäftigt die Jugendlichen sehr stark, was mit ihnen nach der Schule passiert", so Schlüter.

Marcel Finger (CDU) bat im Ausschuss, die Standortfrage nur nach den Antworten der 81 beteiligten Vorster auszuwerten. Eine Absage erteilte der JHA an das Begehren des Vereins "Lebendige Nachbarschaften", statt eines Jugendzentrums ein gemeinsam von allen Bürgern zu nutzendes "Haus der Begegnung" zu errichten. Die Idee sei vor dem Hintergrund des demografischen Wandels grundsätzlich gut, im Falle von Vorst sieht die Politik aber eine Einrichtung speziell für Jugendliche vonnöten.

(NGZ)