1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Jugendliche bauen lebensgroßes Spiel

Kaarst : Jugendliche bauen lebensgroßes Spiel

Zur 72-Stunden-Aktion der katholischen Kirche schaffen Messdienerleiter ein riesiges "Mensch ärgere Dich nicht".

Das "Mensch ärgere Dich nicht"-Spiel kennt wohl jeder. Die Regeln sind denkbar einfach, und selbst wenn der Titel Programm ist, Ärger auf der einen und Schadenfreude auf der anderen Seite kommen immer wieder auf, wenn eine Figur aus dem Spiel gekickt wird. Das Gesellschaftsspiel macht selbst nach 100 Jahren weiterhin allen Generationen Spaß. Das denken sich auch die Messdienerleiter der katholischen Kirchengemeinde Sieben Schmerzen Mariens. Sie haben es sich zum Thema der 72-Stunden-Aktion der katholischen Kirche gemacht.

Die Aktion findet bundesweit vom 13. bis 16. Juni statt. Ziel ist es, in dieser Zeit ein soziales, interkulturelles, politisches oder ökologisches Projekt in der eigenen Umgebung umzusetzen. Die Holzbüttgener Jugendlichen beteiligten sich bereits 2009 daran und errichteten im Kindergarten eine kleine "Villa Kunterbunt". Auf ihrer Leiterfahrt nach Belgien sammelten sie Ideen für ihre diesjährige Teilnahme. Ein Sinnesparcours für Schüler, die Umgestaltung des Altenparks und ein großes Fest wurden als Ideen wieder verworfen. "Wir wollten dieses Mal etwas für die älteren Menschen machen, das aber auch länger Bestand hat", sagt Roberta Orlob (19 Jahre). Die Idee eines lebensgroßen "Mensch ärgere Dich nicht"-Spiels begeisterte alle.

Es soll nun innerhalb besagter 72 Stunden im Rosengarten des Johanniter-Stifts Kaarst gebaut werden. "Dann können die Bewohner miteinander, aber auch mit ihren Enkeln zusammen spielen", so Orlob. Das markierte Spielfeld misst vier mal vier Meter. Für die rund 80 Zentimeter hohen Spielfiguren werden zwei Holzplatten zu einer Pyramide zusammengesteckt. So bleiben sie stabil und dennoch für die Senioren leicht zu heben. "Da ältere Leute oft nicht mehr so gut sehen oder Farben erkennen können, bekommen sie neben dem Anstrich ein Motiv auf die Spitze gesetzt", erklärt Christopher Schmetz (18).

Das Herz kennzeichnet die roten Figuren, Fische die blauen, Sterne die gelben und Kleeblätter die grünen. Außerdem wird ein kleines Häuschen als Unterstand für die Spielfiguren gebaut. Gewerkelt werden darf erst ab dem 13. Juni, zum Abschluss wird am letzten Tag ein Fest mit dem Heimbewohnern und Angehörigen gefeiert.

Insgesamt 15 Jugendliche aus der katholischen Kirchengemeinde Holzbüttgen zwischen 14 und 26 Jahre beteiligen sich an der Aktion. Zurzeit suchen sie nach Sponsoren für das Baumaterial. "Hauptsächlich bitten wir um Sachspenden bei Handwerkern und Baumärkten", sagt Robert Krön (16). Um auf sich aufmerksam zu machen, haben sie eine Band gegründet. Als "7Pains" möchten sie in den kommenden Wochen Gottesdienste musikalisch gestalten und damit auch für ihr Projekt werben.

(stef)