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Kaarst: Jugenddisco ist sein Projekt

Kaarst : Jugenddisco ist sein Projekt

In der evangelischen Kirchengemeinde Büttgen hilft der 14-jährige Jan Ogger aus, wo er gebraucht wird. Besonders am Herzen liegt ihm "seine" Fete. Einmal im Monat können Kinder und Jugendliche im Jugendheim tanzen.

"Ich bin sozusagen das Mädchen für alles", erzählt Jan Ogger. Das Statement des 14-Jährigen ist allerdings nicht auf einen Freundeskreis oder die Schule bezogen, sondern auf seine Position in der evangelischen Kirchengemeinde Büttgen. "Ich helfe gerne aus, wo ich gebraucht werde. Mir gefallen besonders Umbauarbeiten oder Reparaturen, die anstehen. Aber ich versuche gerade, etwas Eigenes, Neues in die Gemeinde zu bringen", erklärt er sein Engagement in der Kirche.

Seit den Herbstferien arbeitet Ogger an seinem Projekt "Jugenddisco". "Ich fand, es müsse auch noch andere Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche in der Gemeinde geben als im Kindergottesdienst", erzählt der 14-Jährige weiter davon, wie die Idee zustande kam. Nach zahlreichen gescheiterten Versuchen, Altes wiederzubeleben, kam ihm die Idee einer Jugenddisco. "In den Herbstferien hab ich zu einem Freund gesagt: 'Ich mach das jetzt', und wir haben zusammen mit der Planung angefangen", erzählt Ogger weiter.

Nach einem Gespräch mit Pastor Hoffmann wurde ein Team zusammengestellt, das aus mehreren Teilen der Region kommt. "Ich hab viel Technik selbst gekauft und ein bisschen von der Gemeinde gesponsert bekommen. Am 12. Juli vergangenen Jahres hatten wir Premiere", erklärt der 14-Jährige. An einem Samstagabend im Monat können nun Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren im Jugendheim ordentlich die müden Glieder ausschütteln. Der Einritt kostet einen Euro und jedes Getränk 50 Cent. "Das haben wir aus zwei Gründen extra so gemacht", erklärt Jan. "Zum einen weiß ich, dass es den Leuten, die kommen, dann auch was wert ist und nicht einfach etwas kaputt gemacht wird. Und zum anderen können wir davon zum Beispiel Snacks kaufen."

Dafür werden Spiele gespielt, die der ganzen Gruppe Spaß machen und die Kinder können sich Songs aus den aktuellen und früheren Charts wünschen und darauf tanzen. "Bei einem Terrabyte Musik ist es nur selten der Fall, dass wir ein gewünschtes Lied nicht haben – das besorgen wir dann aber bis zum nächsten Mal", erzählt Jan.

Die Planung eine Jugenddisco kostet den 14-Jährigen ganz schön viel Zeit: Etwa 40 Stunden Vorbereitungszeit vergehen, bis die Fete steigen kann. "Das fängt an bei der Terminabsprache, dann wird das von mir entworfene Plakat zur Werbung gedruckt, und wir verteilen es anschließend. Die Musik muss geplant werden und zu guter Letzt muss alles auf- und anschließend auch wieder abgebaut werden", erzählt Jan. Der ein vielbeschäftigter junger Mann ist, denn er engagiert sich in der Schule zudem noch beim Schulsanitätsdienst und schwimmt im Verein. Wenn er dann aber doch mal eine Stunde Pause macht, guckt er gerne die Fernsehserie "Alarm für Cobra 11", trifft sich mit seinen Freunden oder fährt mit seinen Inlineskates.

(NGZ)