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Kaarst: JU fordert neues Party-Konzept

Kaarst : JU fordert neues Party-Konzept

Im Vorfeld zu "Kaarst Total" veranstaltet die Stadt in diesem Jahr erstmals zwei Jugendschutz-Partys direkt hintereinander. Die Junge Union regt an, über eine Wiedereinführung einer herkömmlichen Party nachzudenken.

Zum ersten Mal seit drei Jahren sollen Jugendliche "unter und über 16" beim Stadtfest "Kaarst Total" wieder im Albert-Einstein-Forum (AEF) tanzen und feiern dürfen — am Freitag statt am Samstag zwar, lediglich bis 24 Uhr und ausnahmslos ohne Alkohol. Die ""Black and White"-Party für Jugendliche ab Klasse acht — im Anschluss an die etablierte "U16"-Jugendschutzparty für Fünft- bis Siebtklässler — ist ein Versuch und wohlgemerkt mehr, als es in den vergangenen zwei Jahren gegeben hat. Und dennoch: Ein "echtes" Angebot für ältere Jugendliche fehlt. Das findet jedenfalls die Junge Union (JU).

Zur Erinnerung: 2009 fand die bislang letzte "Kaarst Total"-Aftershowparty im AEF statt. Weil es damals besonders viele Schlägereien rund um das Partygelände gab, sagten Polizei, Ordnungsamt und Veranstalter die Party ab. Seither suchen vor allem jugendliche "Kaarst Total"-Gäste nach Abschluss des Bühnenprogramms am Samstagabend einen Ort zum Weiterfeiern. Sven Ladeck aus Kaarst, stellvertretender Vorsitzender der JU im Rhein-Kreis, hält das für problematisch. "Nach dem Feuerwerk endet das Fest abrupt. Weil die meisten nicht wissen, wohin, halten sie sich im Park auf." Die Gefahr, zumindest von Ruhestörungen, steige damit. Die Stadt indes bleibt bei ihrer Linie: "Keine ,Aftershow' aus Sicherheitsgründen". Stattdessen soll das Jugendschutzkonzept — Spaß haben und feiern ohne Alkohol — auf eine Party für ältere Jugendliche übertragen werden.

Farbige Armbänder

Am Freitag, 31. August, gehört die Tanzfläche im Albert-Einstein-Forum deshalb von 17 bis 21 Uhr zunächst den Schülern unter 16. Ab 19.30 Uhr — so ist der Plan — stoßen Schüler ab der achten Klasse, also ab etwa 14 Jahren, dazu. Alkohol ist auf beiden Partys tabu. Partygäste unter 16, die aus Jugendschutzgründen um 21 Uhr den Heimweg antreten müssen, bekommen am Einlass neon-gelbe Armbändchen, die "Black and White"-Gäste tragen weiße.

Im Dezember 2011 war das Ziel, eine Party für ältere Teenager anzubieten, aus mangelndem Interesse gescheitert. Ursula Baum, Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende, sieht die Ursache im damaligen Konzept: "Das Ziel war, dass wir uns von der U16-Party abheben wollten. Das war keine gute Idee. Zudem war der Termin einfach schlecht gewählt und unsere Werbung fehlerhaft." Diesmal wurde besonderen Wert auf die Werbung in sozialen Netzwerken gelegt. Die Jugendparty hat jetzt eine neue Internetseite und ist auch bei Facebook präsent.

"Dass sich die Stadt so große Mühe gibt, etwas auf die Beine zu stellen, ist gut", sagt auch Sven Ladeck. "Angesichts des ohnehin spärlichen Angebots für Jugendliche in Kaarst sollte das aber auch Anstoß sein, um noch einmal gemeinsam mit allen Beteiligten über eine herkömmliche Party nachzudenken. Zum Beispiel hat die Stadt ja jetzt einen Sicherheitsdienst, den man in ein Konzept einbinden könnte."

(NGZ/ac)