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Kaarst: Initiative: Ja zur Bussardstraße

Kaarst : Initiative: Ja zur Bussardstraße

Während die Elterninitiative Stakerseite weiter an einem Bürgerbegehren zur Grundschulstandortfrage arbeitet, hat sich eine neue Bürgerinitiative gegründet. Die Mitglieder halten die Ratsentscheidung für richtig.

Es gibt sie seit fünf Jahren, aber erst jetzt hat sie einen Namen bekommen — weil sich eine Bürgerinitiative mit Namen in der Öffentlichkeit einfach besser "vermarkten" lässt. Am vergangenen Samstag standen Bernd Schulze, Tanja Batos und Udo Fritzsche von "Wir für Kaarst" zum ersten Mal auf dem Wochenmarkt, um mit einem Flyer und in persönlichen Gesprächen für die Ratsentscheidung zugunsten der Bussardstraße als künftigen Standort für die dritte Grundschule im Ortsteil Kaarst zu werben. Sprecher Bernd Schulze sagt: "Wir sind keine Initiative für die Bussardstraße. Uns geht es um den verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern. Stände irgendwo anders ein intaktes Schulgebäude leer, würden wir uns auch dafür einsetzen."

Der Flyer der Initiative. Repro: NGZ Foto: Repro: NGZ

Noch einmal zur Erklärung: Bis zum Sommer 2010 hat es in Kaarst vier Grundschulen gegeben, von denen eine — die Albert-Schweitzer-Schule an der Bussardstraße — wegen zu geringer Neuanmeldungen aufgegeben werden musste. Vor knapp drei Wochen entschied der Rat, die Grundschule Stakerseite spätestens zum Schuljahr 2014/2015 an die Bussardstraße zu verlegen. Das leerstehende Gebäude am westlichen Stadtrand soll ausgebaut werden, die laut eines Gutachtens mittelfristig sanierungsbedürftige Grundschule an der Stakerseite würde geschlossen. Dagegen wehrt sich die Elterninitiative Stakerseite. Die Mitglieder kämpfen für einen Schulstandort in der Stadtmitte und wollen ein Bürgerbegehren anstrengen, das die Aufhebung des Ratsbeschlusses fordert. Bernd Schulze, dessen Tochter derzeit noch die an der Stakerseite untergebrachte vierte Klasse der geschlossenen Albert-Schweitzer-Schule besucht, will verhindern, dass es dazu kommt.

"Ein Schulneubau, ganz gleich, ob jetzt oder in fünf Jahren, ist reine Geldverschwendung", sagt er. Und — Geldverschwendung könne sich Kaarst angesichts der angespannten Haushaltslage nun einmal nicht leisten. Die Bürgerinitiative ,Wir für Kaarst' bitte deshalb alle Kaarster, sich umfassend zu informieren. "Bevor jemand eine Unterschriftenliste zum Bürgerbegehren unterschreibt, sollte er sich auch unsere — ,die andere' — Seite anhören und sich über mögliche Konsequenzen bewusst sein", sagt Schulze. Auf dem Markt will die Bürgerinitiative demnächst häufiger stehen.

(NGZ)