Initiative "Gesichter der Demokratie" aus Kaarst auf Minister-Besuch

Initiative aus Kaarst : Auf Minister-Besuch in Oslo

Die Kaarster Initiative „Gesichter der Demokratie“ war jetzt zu Gast bei Norwegens Premierministerin Erna Solberg in Oslo – danach ging’s weiter nach Berlin. Am 21. September soll das erste Demokratiefestival stattfinden.

Rechtspopulismus, Pressefreiheit und geschlechtsspezifische Lohngerechtigkeit waren die dominierenden Themen beim Besuch der Kaarster Initiative „Gesichter der Demokratie“ bei Norwegens Premierministerin Erna Solberg. Sven Lilienström, Gründer der Initiative „Gesichter der Demokratie“, sprach mit der 58-jährigen Politikerin. Wenige Tage später ging es dann in die Bundeshauptstadt zu einem Treffen mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek.

Das Treffen in Oslo startete mit einem lockeren Small-Talk, bevor das eigentliche Interview beginnt. Besonders stolz sei sie darauf, dass die Norweger ihren Politikern vertrauen, das mache Politik viel leichter, antwortet die Premierministerin auf die Frage, welchen Stellenwert Demokratie und demokratische Werte für sie haben. Auch das große zivilgesellschaftliche Engagement in Norwegen lobt Solberg.

„Norwegen hat im jährlich durchgeführten globalen Demokratieindex seinen Titelplatz erneut verteidigt. Klar ist: Wer Demokratie will, der muss sie vorleben. Daher freuen wir uns sehr, mit Norwegens Premierministerin Erna Solberg eine so inspirierende Persönlichkeit mit Vorbildcharakter an Bord unserer Initiative haben zu dürfen“, so Sven Lilienström.

Schwerpunkte des Gesprächs mit Bundesministerin Anja Karliczek waren die Themen Bildung und Forschung. Insbesondere ging es um Demokratie, den „Digitalpakt Schule“ und die Frage, warum es eine Mindestvergütung von Auszubildenden in Deutschland braucht.

„Europa ist die größte Wertegemeinschaft, die es auf dieser Welt gibt“, so die Antwort der Bundesbildungsministerin auf die Frage, warum ein gemeinsamer europäischer Binnenraum für Forschung und Innovation so wichtig ist. Karliczek weiter: „Wir müssen diese Wertegemeinschaft immer wieder neu festigen. Dazu muss Europa erfolgreich sein. Dafür brauchen wir Forschung und Innovation. Nur damit werden wir auch die Probleme lösen. Blicken wir auf den Kampf gegen den Klimawandel. Hier müssen wir auch über Forschung und Innovation ein europäisches Modell entwickeln, das im Idealfall auch Vorbild für die Welt sein kann.“ Seit Anfang 2017 engagiert sich die Kaarster Initiative für Demokratie und demokratische Werte in Deutschland und in Europa. Zu den Gesichtern der Demokratie zählen mittlerweile 62 prominente Persönlichkeiten aus Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft – darunter EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Estlands Staatspräsidentin Kersti Kaljulaid, der Bundesaußenminister Heiko Maas, Generalbundesanwalt Peter Frank und OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger. Alle gemeinsam setzen mit ihren persönlichen Statements ein nachhaltiges und öffentlichkeitswirksames Signal für mehr Toleranz, Pluralismus, Diversität und Meinungsfreiheit.

In seiner Funktion als Gründer der Initiative „Gesichter der Demokratie“ unterstützt Lilienström zudem ab sofort den Begleitausschuss des Rhein-Kreis Neuss, der sich als kommunaler Partner am Bundesprogramm „Demokratie leben!“ beteiligt. Unter dem Motto „Sei bunt und laut und wunderbar!“ findet am 21. September im Martin-Luther-Haus in Neuss das erste Demokratiefestival statt. Nach einem Treffen mit Kreisdirektor Dirk Brügge freuen sich die Kaarster zudem über die Unterstützung durch den Rhein-Kreis.

(NGZ)
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