Commerhof in Holzbüttgen: Im Rüttelstopf-Verfahren Boden verdichten

Commerhof in Holzbüttgen : Im Rüttelstopf-Verfahren Boden verdichten

Auf dem Gewerbe-Grundstück am Commerhof in Holzbüttgen beginnen am Mittwoch die Arbeiten zur Aufbereitung des Baugrundes für den Neubau des Verwaltungs- und Logistikzentrums der Firma L'Oréal.

Wie vom Eigentümer des Geländes, der Firma "Gewerbepark Kaarst GmbH" und dem Investor "Vollack Industrie und Verwaltungsbau GmbH & Co" zu erfahren war, wird diese Baugrund-Aufbereitung nach einem Verfahren vorgenommen, das weitestgehend erschütterungsfrei und geräusch-emissionsarm sei. Bei dem so genannten Rüttelstopf-Verfahren (RSV) wird durch einen Mäcklerbagger der Tiefenrüttler mittels Vibration und Eigengewicht in den Boden gebracht. Der umgebende Boden wird dadurch verdrängt und komprimiert. Beim Ziehen des Rüttlers wird der entstehende Hohlraum durch Zuführen von Kies oder Schotter durch ein Fallrohr unter der Rüttlerspitze verfüllt.

Beim wiederholten Ziehen und Absenken des Rüttlers um einige Dezimeter wird das Füllmaterial verdichtet und weiter in den umgebenden Boden hineingepresst. Wie das ausführende Unternehmen "Bauer Spezialtiefbau" erläuterte, hat dieses Verfahren keinerlei Ähnlichkeit mit dem seinerzeit verwendeten Verfahren der Bodenverdichtung mittels Fallgewichten. Erfahrungsgemäß seien außerhalb des Bereichs von 50 Metern um die Einsatzstelle keine relevanten Schwingungsemissionen mehr feststellbar. Bei der Rüttelstopf-Verdichtung entstehen für den Baubetrieb übliche Lärmemissionen. Am unangenehmsten sind sicherlich Geräusche, die entstehen, wenn Metall auf Metall schlägt. Derartige Emissionen können kurzzeitig auftreten, wenn zum Beispiel eine harte Bodenschicht oder ein Hindernis im Boden angetroffen wird.

Vergleichsmessungen haben in solchen Phasen kurzzeitige Geräuschspitzen von zirka 80 Dezibel db(A) in 40 Metern Entfernung ergeben. Der Standard-Betrieb (Einfahren beziehungsweise Stopfen) erfolgt unter deutlichen geringeren Lärmemissionen. Stadt-Pressesprecher Klaus Stevens: "Für die gesamte Baugrund-Aufbereitung wird ein Zeitraum von zirka zwölf Wochen veranschlagt, wobei die üblichen und zulässigen Baustellen-Arbeitszeiten von 6 bis 20 Uhr nicht überschritten werden. Es wird zudem überwiegend werktags gearbeitet. Sofern es zu Engpässen bei der Fertigstellung kommen sollte, wird möglicherweise auch samstags gearbeitet."

Im Vorfeld der Arbeiten werde derzeit durch ein Institut ein Beweissicherungsverfahren an den im Umfeld befindlichen Gebäuden vorgenommen. Eine Erfassung erfolge dabei bis zu einem Radius von 50 Metern um die Baustelle. Über das gesamte Verfahren ist das Staatliche Umweltamt in Krefeld informiert. Die Bauarbeiten werden während vor Ort von einem Fachingenieur überwacht. Bürgermeister Franz-Josef Moormann: "Wir sind überzeugt, dass die an den Baumaßnahmen beteiligten Unternehmen alles technisch Mögliche veranlasst haben, um eine Beeinträchtigung auf ein Mindestmaß zu reduzieren."

Mit Beginn der Verdichtungsmaßnahme wird bei der Stadt Kaarst eine Hotline (02131/987-211) eingerichtet. Am 11. September besteht von 11.30 bis 12.30 Uhr die Möglichkeit, sich auf der Baustelle das Verdichtungsverfahren von Fachleuten erläutern zu lassen.